Donnerstag, 24. Februar 2005

Autobombenanschlag vor irakischer Polizeiwache: Bisher mindestens 15 Tote

  • Mehr als ein Dutzend Fahrzeuge fingen Feuer
  • Chef der Sonderpolizei in Kirkuk entgeht einem Anschlag

Ein als Polizist verkleideter Attentäter hat am Donnerstag in der irakischen Stadt Tikrit mit einem Autobombenanschlag mindestens 15 Polizisten in den Tod gerissen. 22 weitere Polizisten wurden verletzt. Der Attentäter habe sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug auf ein Parkdeck im Polizeigebäude gefahren und dort die Bombe gezündet, sagte ein Polizeisprecher. Etwa 20 Autos fingen Feuer.

Der Täter, der die Uniform eines Polizeileutnants trug, habe den Schichtwechsel abgewartet, um besonders viele Opfer zu treffen. Ein Krankenhaussprecher sagte, bei allen Toten und Verletzten handle es sich um Polizisten. US-Soldaten riegelten das Gebiet um den Tatort unverzüglich ab. Tikrit liegt rund 130 Kilometer nördlich von Bagdad und ist die Heimatstadt des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein.

Bei weiteren Anschlägen in Kirkuk und Iskandariya kamen am Donnerstag insgesamt vier Polizisten und ein Kind ums Leben, drei Polizisten wurden verletzt. Der Chef der Sonderpolizei von Kirkuk entging nur knapp einem Anschlag, zwei seiner Leibwächter seien aber getötet worden, teilte die Polizei mit. Rebellen hatten einen Sprengsatz auf dem Weg Arifs in sein Büro nahe dem Flughafen verborgen. Arif ist Kurde; er gehört der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) an. In Bagdad eröffneten Bewaffnete das Feuer auf eine Bäckerei. Nach Polizeiangaben wurden zwei Menschen getötet und ein dritter verletzt.

RSF: "Liberation"-Reporterin und Dolmetscher am Leben
Die seit Jahresanfang im Irak verschwundene Reporterin Florence Aubenas und ihr Dolmetscher Hussein Hanun el Saadi sind nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen am Leben, werden aber als Geiseln festgehalten. Es gebe diesbezüglich "greifbare" Informationen, sagte der Generalsekretär der Journalistenorganisation Reporters sans frontieres (RSF), Robert Menard, am Donnerstag in Paris. Offenbar würden Aubenas und Hanun el Saadi durch eine unbekannte, "wenig strukturierte Gruppe" festgehalten. Forderungen der Geiselnehmer seien bisher nicht bekannt, auch einen Mittelsmann gebe es nicht.

Ärzte: Zehn Zivilisten bei Angriff und Gefecht im Westirak getötet
Bei einem Panzerfaust-Angriff in der westirakischen Ortschaft Haklawiya sind am Donnerstag acht Zivilisten getötet worden. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben von Krankenhausärzten um Angehörige von zwei Familien, die in benachbarten Häusern lebten. Unter den Toten seien auch zwei Kinder. Wer hinter dem Angriff steckt, war zunächst unklar.

Wie ein Arzt im Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Haditha berichtete, starb am Donnerstag außerdem ein irakisches Ehepaar, das während eines Gefechtes zwischen US-Truppen und Aufständischen ins Kreuzfeuer geraten war. Die beiden seien in ihrem Wagen in der Stadt Kaim nahe der syrischen Grenze von US-Soldaten erschossen worden. (apa)

24.2.2005 17:17