Montag, 21. Februar 2005

70-Jähriger bekam Niere: Auch zweiter Tollwut-Patient in Deutschland gestorben

  • Ärzte in Hannoversch Münden verloren den Kampf
  • Leber-Empfänger in Heidelberg ohne Tollwut-Symptome

Auch ein zweiter Empfänger der Tollwut-verseuchten Spenderorgane ist tot. Die Ärzte in Hannoversch Münden verloren den Kampf um das Leben des 70-Jährigen, wie das Nephrologische Zentrum Niedersachsen am Montag mitteilte. Der Patient hatte eine Niere einer mit Tollwut infizierten Organspenderin erhalten, die sich vermutlich in Indien mit dem tödlichen Virus angesteckt hatte. Bereits am Samstag war in Hannover die Empfängerin der Lunge gestorben. Der Zustand des in Marburg behandelten dritten Tollwutpatienten ist unverändert kritisch.

Insgesamt haben sechs Patienten Organe der mit Tollwut infizierten Spenderin erhalten. Den beiden Empfängern der Augenhornhäute in Mainz geht es nach Klinikangaben vom Montag unverändert gut. Auch der Heidelberger Transplantationspatient, dem die Leber der Spenderin eingesetzt worden war, zeigte weiter keine Tollwut-Symptome.

Der 70-Jährige in Hannoversch Münden war nach Klinikangaben noch mit einer neuartigen Methode aus den USA behandelt worden. Aber alle Anstrengungen seien vergeblich gewesen, teilte die Klinik mit. Tollwut gilt als tödlich, wenn die Krankheit ausgebrochen ist. Zwischen den ersten Symptomen und dem Tod liegen nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts maximal sieben Tage. Vor dem Auftreten von Symptomen kann eine Impfung auch nach der Infektion noch schützen. (apa)

21.2.2005 15:03