Dienstag, 22. Februar 2005

Nach Unglück in Schönbrunn: Elefant "Abu" kommt nicht mehr in Kontakt mit Pflegern

  • Für den Bullen wurde "protected contact" eingeführt

Der Elefant Abu im Tiergarten Schönbrunn, der seinen Pfleger im Frühjahr tödlich verletzt hat, kommt nicht mehr in direkten Kontakt mit dem Personal. Für ihn wurde unmittelbar nach der Attacke der "protected contact" eingeführt, so Tiergarten- Sprecherin Barbara Sommersacher.

Bei Bullen gilt die Regel, den "protected contact" nach der Geschlechtsreife einzuführen, schilderte Sommersacher. Das bedeutet, dass das Jungtier darauf trainiert wird, selbstständig in die Bullenbox zu gehen. Dort gibt es für den Pfleger die Möglichkeit, über Luken die nötige Betreuung zu erledigen, wodurch er vor etwaigen Angriffen des Tiers geschützt bleibt. Weibchen sind weniger gefährlich und können üblicherweise auch als ausgewachsene Tiere in direkten Kontakt mit Menschen kommen.

Verhalten gegenüber anderem Bullen wird beobachtet
Auf Grund der Angriffsbereitschaft der ausgewachsenen Bullen müsse sich in nächster Zeit erst zeigen, wie der pubertierende Abu mit dem zweiten männlichen Elefanten in der Herde zurechtkommt. Kommt es zu gewaltsamen Konfrontationen, muss einer der beiden weichen, "grundsätzlich" wäre auch denkbar, dass Abu bleibt, so Sommersacher. Neben den verschärften Sicherheitsmaßnahmen wird die tägliche Routine im Elefantenhaus aber weiter beibehalten, wie der stellvertretende Zoo-Direktor Harald Schwammer erklärte.

(apa/red)

22.2.2005 11:49