Sonntag, 27. Februar 2005

Schweitzer im "profil": "Auftritt des Herrn Gattermann äußerst unverständlich"

  • Sportstaatssekretär kritisiert Vergabekommissionschef
  • Einsprüche gegen Stadion-Bau-Vergabe möglich

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des "profil" übt Sportstaatsskretär Karl Schweitzer Kritik am Vorsitzenden der Vergabekommission für den Auftrag des Baus des Klagenfurter EM-Stadions, Peter Gattermann. Dieser hatte beklagt, dass das Verfahren gezeilt torpediert worden sei, um einen Bieter zu protegieren. "Für mich ist der öffentliche Auftritt des Herrn Gattermann ein äußerst unverständlicher", sagt Schweitzer.

Gattermann selbst habe ja schon sehr früh selbst einen "Schnitzer" gemacht und damit Anlass dazu gegeben, dass neue Gutachten erstellt werden mussten. "Gattermann hatte die Preise der einzelnen Anbieter frühzeitig gekannt - doch er hätte diese nicht kennen dürfen, um bei der Beurteilung der architektonischen und technischen Belange der einzelnen Projekte objektiv vorgehen zu können."

Zu Vorwürfen der Parteienfinanzierung meint Schweitzer gegenüber "profil": "Das sind letzlich einmal mehr Versuche, irgendjemandem am Zeug zu flicken." Die Staatswaaltschaft habe am Vorwurf der Parteienfinanzierung kein Substrat erkennen können.

Wer der "Kärntner Woche" die Unterlagen über die einzelnen zur Auswahl stehenden Stadionvarianten zugespielt haben könnte, darüber habe er, Schweitzer, "überhaupt keine Vorstellung". Dass es Jörg Haider gewesen sein könnte, sei für ihn unvorstellbar.

Er selbst sei in das Vergabeverfahren nicht involviert gewesen. Der Sportstaatssekretär im "profil"-Interview: "Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen, der die Projekte nicht kennt. Als Vertreter des Fördergebers Bund habe ich mich peinlich bemüht, mich aus diesem Verfahren herauszuhalten."

Einsprüche gegen die endgültige Entscheidung über die Bau-Vergabe, die zwischen 6. und 8. März fallen soll, hält Schweitzer für möglich: "Experten, die solche Vergaben von Großaufträgen beobachten, sagen, dass im Nachprüfungsverfahren immer wieder Einsprüche von nicht zum Zug gekommenen Bietern gemacht werden. Das ist an sich nichts Außergewöhnliches."

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27.2.2005 14:56