Nach Sessellift-Crash in Tiroler Skigebiet: Sachverständige zeigen sich zurückhaltend
- Deutsche aus Krankenhaus - Wienerinnen erst montags
- PLUS: BILDER vom Sessellift-Crash im Axamer Lizum
Nach dem schweren Zwischenfall beim Vierersessellift Schönbodenbahn im Skigebiet Axamer Lizum bei Innsbruck waren am Sonntag die Sachverständigen am Zug. Die Bahn bleibe vorerst außer Betrieb, teilte die Liftgesellschaft mit. Die beiden verletzten Deutschen konnten noch am Samstag nach Hause. Die zwei verletzten Wienerinnen dürfen voraussichtlich am Montag die Innsbrucker Universitätsklinik verlassen.
Die an Ort und Stelle tätigen Sachverständigen von Gericht, Landesregierung und Seilbahnbetreiber zeigten sich in einer ersten Reaktion am Nachmittag zurückhaltend. Ein erster Vorbericht soll bis Ende der kommenden Woche vorliegen nach entsprechenden Untersuchungen der Technischen Universität Wien. Bekannt wurde außerdem, dass Fahrgäste vor dem Zwischenfall ein verdächtiges Geräusch gemeldet hätten. Noch bevor ein Seilbahnbediensteter dies überprüfen habe können, sei es zu dem Zwischenfall gekommen, erklärte der Bahnbetreiber in einer Pressekonferenz.
In ganz Österreich seien derzeit etwa 500.000 derartige Rollen bei Seilbahnen im Einsatz. In Tirol dürften "vier bis fünf Anlagen" in Betrieb sein. Die Bahnbetreiber sollen zu besonderer Vorsicht und zusätzlichen Kontrollen aufgefordert werden, erklärten Vertreter der Tiroler Landesregierung.
Der Schaden sei nicht eins zu eins auf andere Anlagen übertragbar, erklärte der Sachverständige der Tiroler Landesregierung, Klaus Oberdorfer. Weitere genaue Schadenserhebungen seien notwendig. Es handle sich um eine besondere Konstruktion. Der seinerzeitige Errichter der Anlage sei in Konkurs gegangen, Unterlagen müssten daher erst ausgehoben werden. Unklar sei außerdem, warum sich der Klemmmechanismus geöffnet habe und daraufhin der Sessel in die Tiefe gestürzt sei.
Der Sachverständige des Gerichts, Hubert Schupfer, meinte zu den Berichten der Augenzeugen, dass zuerst die Vernehmungsprotokolle der Gendarmerie abgewartet werden müssten. Untersuchungen kündigte er auch für das Seil an, das bei dem Vorfall beschädigt wurde. (apa/red)
