Stopp zeigt Wirkung: Immer weniger pragmatisierte Lehrer an höheren Schulen
- Weniger als jeder zweite AHS- und BHS-Lehrer
- Deutlich mehr Landeslehrer sind pragmatisiert
Der von der Regierung im Jahr 2000 erstmals verhängte Pragmatisierungsstopp im öffentlichen Dienst wirkt: Von den rund 40.000 Lehrern an höheren Schulen (allgemein- und berufsbildenden höheren Schulen) sind nur mehr 44,8 Prozent pragmatisiert (Stichtag 1. Jänner 2005). Anfang des Jahres 2000 waren hingegen noch 53 Prozent definitiv gestellt. In den Jahren davor schwankte dieser Prozentsatz zwischen 54 und 55,5 Prozent, erklärte der Leiter der Sektion "Personal- und Schulmanagement" im Ministerium, Wolfgang Stelzmüller, auf Anfrage der APA. Bei den Landeslehrern (primär Volks- und Hauptschule) liegt die je nach Bundesland unterschiedliche "Pragmatisiertenquote" hingegen mit bis zu 80 Prozent wesentlich höher.
Im September 2000 wurde erstmals von der Regierung ein de-facto-Pragmatisierungsstopp im öffentlichen Dienst mit Beginn des Jahres 2001 verhängt. Mit wenigen Ausnahmen wie der Justiz sollte die Reduktion der Pragmatisierung quer durch die Ressorts zwei Prozent betragen. Diese Maßnahme wurde immer wieder verlängert, bis laut Stelzmüller mit Beginn des Jahres 2004 ein bis heute gültiger vollständiger Pragmatisierungsstopp verhängt wurde.
Die Konsequenz im Schulbereich: Der Anteil der definitiv gestellten Lehrer an höheren Schulen ist stark nach unten gerasselt. Von den rund 20.000 AHS-Lehrern sind nur mehr 46,6 Prozent pragmatisiert, Anfang 2000 waren es noch 54,1 Prozent. Bei den HTL-Lehrern ist dieser Anteil sogar von 61 Prozent auf 44,8 Prozent gesunken.
Anders die Situation im Pflichtschulbereich mit rund 75.000 Lehrern. Diese fallen in die Zuständigkeit der Länder, weswegen keine bundesweiten Zahlen vorliegen. Ein Rundruf in den Landesschulräten zeigt aber, dass die "Pragmatisiertenquote" wesentlich höher als bei den Lehrern an den AHS und BHS liegt - in Wien sogar bei 80 Prozent, in Niederösterreich bei 77, in Kärnten bei 76 und in der Steiermark und im Burgenland bei 73 Prozent. Niedriger ist der Grad der Definitivstellungen im Westen mit 65 Prozent in Tirol und 57 in Vorarlberg.
Insgesamt bleibt der prozentuelle Anteil der pragmatisierten Lehrer an der Gesamtzahl der Pflichtschulpädagogen eher gleich. Während einzelne Bundesländer Rückgänge melden, gehen andere sogar von Steigerungen aus. Grund: Vom fortschreitenden Stellenabbau im Pflichtschulbereich sind die Pragmatisierten im Gegensatz zu den Vertragslehrern nicht betroffen. Daher bleibt ihre Gesamtzahl in etwa gleich, während jene der Vertragslehrer sinkt. In den Ländern gilt übrigens kein genereller Pragmatisierungsstopp. (apa)
