Nach Festnahme durch Kripo: Brandstifter von Klagenfurt teilweise geständig
- 38-Jährigem werden 20 Brandlegungen angelastet
- Versicherungsvertreter derzeit in Untersuchungshaft
·Brandstifter von Klagenfurt in Graz?
Brände in Mur-Metropole mit gleicher "Handschrift"!
·Klagenfurt: Brand- serie geht weiter!
Keller eines Wohnhauses stand diesmal in Flammen
Jener 38-jährige Versicherungsvertreter, der am Mittwoch als mutmaßlicher Serienbrandstifter festgenommen worden ist, hat am Freitagabend ein Teilgeständnis abgelegt. Wie der Klagenfurter Kripo-Chef Walter Fischer am Samstag erklärte, gab der Mann eine Brandstiftung zu.
Dem Ebenthaler werden auf Grund der bisherigen Beweislage rund 20 Brandlegungen angelastet, zwei davon in Graz am vergangenen Sonntag. Festgenommen wurde er als Dieb und Kreditkartenbetrüger, in dieser Causa ist er auch geständig. Laut Fischer gab es am Freitag bei der letzten polizeilichen Einvernahme vor der Einlieferung in die Justizanstalt ein "nachvollziehbares" Teilgeständnis, einen der Tatorte betreffend. Detailliertere Auskünfte wollte die Polizei nicht geben.
Der Mann befindet sich jetzt in Untersuchungshaft, die weiteren Einvernahmen werden von den Justizbehörden vorgenommen.
"Feuerteufel" seit Sommer 2004 akti
Seit Sommer 2004 hielt der Brandstifter die Bevölkerung in Atem, die Stadt hatte eine Ergreiferprämie von 15.000 Euro ausgesetzt. Begonnen hat die Serie am 5. Juni vergangenen Jahres, als in zwei Wohnhäusern Kellerabteile angezündet wurden. Danach gab es eine Pause bis 15. November, dafür brannte es dann gleich in vier Wohnanlagen.
Mitte Februar ging es mit den Brandlegungen weiter, fast jede Nacht musste die Feuerwehr ausrücken. Zuletzt hatte der Täter im LKH, im Landesschulrat und danach wieder in zwei Wohnanlagen Feuer gelegt. Am Montag dieser Woche gab es die vorläufig letzte Brandstiftung, diesmal im Keller einer Wohnanlage in der Nähe des Klagenfurter Bahnhofs. In diesem Haus hatte der nun Festgenommene knapp vor dem Feuer eine Bankomatkarte gestohlen.
Mutmaßlicher Brandstifter als Dieb verhaftet
Am Mittwoch wurde der 38-Jährige in seiner Wohnung in Ebenthal bei Klagenfurt festgenommen. Die Diebstahlsgruppe hatte ihn als mutmaßlichen Dieb und Betrüger ausgeforscht, der in mindestens zehn Fällen Kredit- bzw. Bankomatkarten bei Einschleichdiebstählen erbeutet hatte. Mit den Karten ging er "wahllos einkaufen", der Schaden beträgt mehr als 20.000 Euro. Beim Zusammentragen der Detailinformationen fiel den Beamten am Donnerstag auf, dass der Mann in der vergangenen Woche immer in der Nähe jener Orte gewesen war, wo es gebrannt hatte.
Auch die Brandlegungen in Graz vom vergangenen Sonntag dürften auf sein Konto gehen. Fischer: "Er war nachweislich zum Tatzeitpunkt in Graz." Der Verdächtige hätte auch in mehreren Fällen zugegeben, sich nahe der Brandorte aufgehalten zu haben. Die Polizei verfügt zudem über Tonbandmitschnitte mehrerer Anrufe, bei denen sich der Anrufer auf die Grazer Brände bezieht.
Probleme mit geschiedener Frau
Das Motiv des Täters liegt laut Polizei "in der Person des Mannes". Details wollte man nicht bekannt geben, es dürfte aber mit der geschiedenen Frau des Mannes, mit der er auch Kinder hat, zu tun haben. Zum Stadtteil Fischl, wo es besonders oft Feueralarm gab, hat er "persönliche Beziehungen", hieß es seitens der Kriminalisten.
Auffallend ist, dass der Verdächtige, der bisher unbescholten ist, in geordneten Verhältnissen lebt und keine finanziellen Schwierigkeiten hatte. Die von ihm zugegebenen Kreditkartenbetrügereien dürften auch nicht aus Geldnot geschehen sein, nach jedem Diebstahl ging er völlig wahllos einkaufen, so erstand er in einem Fall in einer Parfumerie zehn Flaschen des gleichen Herrenparfums. Die mit fremdem Geld getätigten Einkäufe hortete er in seiner Wohnung, das sichergestellte Diebsgut füllte einen ganzen Kombi. (apa/red)
