Freitag, 25. Februar 2005

Wiener FPÖ-Chef gegen die eigene Partei:
Strache-Kritik an der Führung & LH Haider

  • Laut Strache bedarf es eines "Kurses der Renaissance"
  • "Tiefe Krise", die zu "Existenzbedrohung" werden kann

Mit klarer Kritik am derzeitigen Kurs der FPÖ und an Kärntens Landeshauptmann Haider hat der Wiener FP-Obmann Strache am Donnerstagabend seine bundespolitischen Ambitionen unterstrichen. Bei einer Veranstaltung des "Liberalen Klubs" forderte er einen "Kurs der Renaissance" für die Partei, die sich in einer "tiefen Krise" befinde, die zur "Existenzbedrohung" werden könne.

Er sei aber zuversichtlich, dass "mit der richtigen Seilschaft" der Wiederaufstieg aus dem derzeitigen Tal gelingen werde. Wenn eine Mannschaft gut aufgestellt sei, spiele sie gut. Wenn nicht, stelle sich die Frage, ob der Trainer oder die Spieler schuld seien. Er wünsche sich 2006 zum 50. Partei-Geburtstag eine FPÖ "mit der Kraft und Dynamik der Jugend und der Reife und Erfahrung der älteren Generation", so der 35-Jährige. Ziel sei ein Gesamtpaket für den "Wiederaufbau der FPÖ". Man müsse wieder den Mut haben, "Dinge anzusprechen, die nicht bequem sind".

Macht brauche man nur, um Grundsätze umzusetzen, nicht um ihrer selbst Willen, forderte Strache. Deshalb solle sich die FPÖ nicht schrecken, "vielleicht auch mal wieder Oppositionsarbeit machen zu müssen". Denn: "Selbstbestimmung bedeutet auch Selbstbeschränkung." Klar sei aber, dass an den schlechten Wahlergebnisse nicht die Regierungsbeteiligung schuld sei, "sondern unser Verhalten in dieser Regierung."

Den Kärtner Landeshauptmann Hauder warnte Strache davor, eine eigene Parteiliste zu gründen: Haider hätte seit Monaten klarstellen können, dass er dies nicht plane, wenn dem so sei. Außerdem frage er sich: "Wozu eine Haider-Liste, wenn wir jetzt eine Haider-Liste haben?" Schließlich gebe es in der FPÖ keine Postenbesetzung, die dieser nicht gewollt habe.
(apa)

25.2.2005 07:21