Knapp 60.000 Schülerunfälle pro Jahr: Nun startet die AUVA eine neue Kampagne
- Jeder 20. Schüler erlitt im Vorjahr einen Unfall
- Bei Schulsport, am Schulweg, bei Schulveranstaltungen
Jeder 20. Schüler hat im Vorjahr einen Unfall in der oder am Weg in die Schule, beim Schulsport oder bei Schulveranstaltungen erlitten - in absoluten Zahlen waren davon 57.244 Kinder und Jugendliche betroffen, sechs Unfälle verliefen tödlich. Aus diesem Grund starten die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) sowie das Bildungsministerium mit "Gib 8" eine rund eine Mio. Euro teure Initiative für mehr Sicherheit in der Schule.
2004 hatten 4,5 Prozent aller Mädchen (in absoluten Zahlen: 24.932) und 5,8 Prozent aller Burschen (32.301) einen Schülerunfall. Davon ereigneten sich knapp 59 Prozent beim Schulsport, 21 Prozent in den Pausen bzw. der unterrichtsfreien Zeit, 16 Prozent im Unterricht und fünf Prozent am Schulweg. Hauptursache sind Stürzen, Fallen, Ausrutschen, Umkippen und Herunterfallen. Von den Folgen her besonders gefährlich sind die Schulwegunfälle.
Im Rahmen von "Gib 8" werden zwei Jahre lang Schulen mit diversen Unterrichtsmaterialien Postern und Foldern versorgt, darüber hinaus werden im Fernsehen, in Kinos und auf den Info-Screens der U-Bahnen Spots laufen. Ziel ist eine Einstellungs- und Verhaltensänderung der Kinder und Jugendlichen, die die seit sechs Jahren konstante Zahl der Schülerunfälle senken soll, betonte AUVA-Obmann Helmut Klomfar bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Gute Erfahrungen habe man bereits mit einer ähnlichen Kampagne für Lehrlinge gemacht.
Kampagne für drei Altersstufen
"Gib 8" wendet sich an drei Altersstufen - Kinder und Jugendliche zwischen sechs und zehn, elf und 14 sowie 15 bis 19 Jahre. Dabei sollen einzelne Gefahrenstellen und Risiken einerseits humorvoll-ironisch dargestellt und andererseits ernste Tipps für richtiges Verhalten gegeben werden. Dabei gehe es darum, "Bewusstsein zu schaffen, dass jeder einzelne zur Sicherheit an der Schule beitragen muss", so Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V).
Die Kampagne umfasst fünf Themenbereiche: Beim "Sozialen Lernen" geht es um Impulse zur Streitkultur, zur Konfliktbewältigung und Pausengestaltung der Schüler. Im Bereich "Motorik" sollen Kondition, Koordination und Falltechnik der Schüler verbessert werden, bei "Arbeitsplatz Schule" steht die Einrichtung der Schule sowie das Schulklima im Mittelpunkt. "Vorbereitung auf die Arbeitswelt" beschäftigt sich mit dem richtigen Umgang mit scharfen und spitzen Gegenständen sowie richtigen Handlungsabläufen etwa im Werkunterricht, "Schulumfeld" mit dem Thema Schulweg und Verkehrserziehung.
Seit 1977 sind alle Schüler bei der AUVA beitragsfrei versichert - umfasst sind Unfälle in der Schule, am Schulweg und bei schulischen Veranstaltungen wie Skikursen. Der Aufwand der AUVA dafür betrug 2003 (letztes abgeschlossenes Geschäftsjahr) rund 10,7 Mio. Euro, wovon 4,4 Mio. Euro als Bundeszuschuss beigesteuert wurden.
(apa)
