Mittwoch, 23. Februar 2005

Eurofälscher-Bande in Wien ausgehoben: Blüten im Wert von 100.000 € sichergestellt

  • Täter trat unter vielen verschiedenen Namen auf
  • Gefälschte Scheine stammen wohl aus Bulgarien

Einem Großverteiler von Euro-Falschgeld hat die Exekutive Anfang Februar in Wien das Handwerk gelegt. Bei ihm wurden 200-Euro-Blüten im Gesamtwert von 100.000 Euro sichergestellt, berichtete das Bundeskriminalamt (BK) am Mittwoch. Der Mann dürfte die Blüten aus Bulgarien bezogen und unter falschen Namen an verschiedene Straßenverteiler-Gruppierungen weitergegeben haben.

Erste Informationen, dass es in Wien einen Falschgeld-Großverteiler geben soll, hatten die Ermittler bereits im April des Vorjahres aus Salzburg erhalten. Diese Hinweise verdichteten sich in den darauf folgenden Monaten. Als die Fahnder im vergangenen Herbst zwei unabhängig voneinander Blüten verteilende Tätergruppen aus dem ehemaligen Jugoslawien aus dem Verkehr zogen, wurden die Verdachtsmomente immer konkreter. Es sollte sich um einen russischen Mittelsmann handeln, der unter verschiedenen Aliasnamen das Falschgeld an die Straßenverteiler weitergab. Auch aus Deutschland gab es Hinweise. Identifiziert wurde der Verdächtige letztendlich nur durch übereinstimmende Personsbeschreibungen.

In Zusammenarbeit zwischen Bundespolizeidirektion Wien - vor allem Kriminaldirektion 1 und Kriminalkommissariat West -, Wiener Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt wurde der Verdächtige ausgeforscht und am 6. Februar zusammen mit drei weiteren Verdächtigen festgenommen. Bei ihnen fanden die Ermittler rund 100.000 gefälschte Euro. Zudem hatte der Hauptverdächtige mehrere falsche Dokumente bei sich. Es gab auch zahlreiche Hausdurchsuchungen.

Wahre Identität des Täters noch nicht bekannt
Die wahre Identität des Großverteilers wurde bisher nicht bekannt. Er selbst schwieg dazu bisher bei den Einvernahmen. Als halbwegs gesichert gilt bisher lediglich, dass er aus dem osteuropäischen Raum kommt. Den Erkenntnissen der Exekutive zufolge dürfte er zumindest ein Jahr lang aktiv gewesen sein und zu den "Großen" in Österreich gehören. "Er nimmt in der Hierarchie sicher einen wichtigen Rang ein", sagte Mag. Rudolf Unterköfler, Leiter des Büros für Wirtschafts- und Finanzermittlungen im Bundeskriminalamt, zur APA.

Zudem dürfte der Verdächtige über weit reichende Verbindungen in andere EU-Staaten, besonders nach Deutschland, verfügen. Das Bundeskriminalamt veranstaltete daher in der Vorwoche eine Konferenz, an der Vertreter von Europol sowie von deutschen und bulgarischen Behörden teilnahmen. Welche Dimensionen der Fall hat, lässt sich Unterköfler zufolge noch nicht wirklich abschätzen. Zahlreiche Daten müssten noch ausgewertet werden.
(apa/red)

23.2.2005 12:32