Dienstag, 22. Februar 2005

Beim Urlaub in Saalbach: FPÖ-Politiker Karl Schnell von Holländern verprügelt!

  • Schon drei Operationen: FP-Obmann bangt um Auge
  • Dramatische Szenen: "Dann haben sie durchgedreht"

Zwei Tage nach der brutalen Attacke einer Gruppe von Holländern auf den Salzburger FPÖ-Landeschef Karl Schnell in Saalbach-Hinterglemm (Pinzgau) befindet sich der Politiker auf dem Weg der Besserung. Ein 40-jähriger Urlauber hatte dem Parteiobmann am Sonntag einen Faustschlag versetzt und dabei die Hornhaut des rechten Auges schwer verletzt. "Die Operation ist offensichtlich gut verlaufen, ich bin zuversichtlich, dass die Sehkraft wieder hergestellt wird", sagte Schnell, der im Krankenhaus Zell am See betreut wird, am Dienstag auf Anfrage der APA.

"Ein derartiges Aggressionspotenzial habe ich noch nie erlebt", erklärte der FPÖ-Chef und ausgebildete Mediziner, der auch leidenschaftlicher Hubschrauberpilot ist. Grund der "schlagkräftigen" Auseinandersetzung war offenbar die Scheibenwischanlage des Heckfensters seines Wagens, die einen Touristen nass gemacht haben soll. "Das kann ich mir nicht vorstellen. Der hintere Scheibenwischer hat keine Spritzdüse, das Wasser fließt am Glas hinunter", wunderte sich Schnell.

Nachdem ein Mann seine Autotür auf- und dann wieder zugeschlagen hatte, griff der Politiker zum Handy, um die Gendarmerie zu verständigen. "Eine 19-jährige Frau nahm mir das Handy weg und riss mich dabei am Ohrläppchen. Die Wunde musste dann im Krankenhaus genäht werden. Die Leute benahmen sich wie Furien. Ich glaube nicht, dass sie betrunken waren, aber vielleicht haben sie etwas anderes zu sich genommen", verwies Schnell auf einen möglichen Drogenkonsum.

"Mit der Faust ins Gesicht"
Doch die Tortur vor dem Hotel seiner Frau, wo Schnell seinen Wagen eingeparkt hatte, war noch nicht zu Ende. Die Niederländer holten offenbar per Handy Verstärkung. "Ein Jeep fuhr heran, zwei Hünen stiegen aus und einer davon schlug mir mit der Faust ins Gesicht. Ich war zwei bis drei Sekunden bewusstlos. Es ist ja geradezu ein Wunder, dass bei dem schweren Schlag nicht mehr passiert ist ", meinte der Brillenträger.

Augenarzt Primar Michael Landegger, der Schnell am rechten Auge operiert und das geplatzte Unterlid genäht hatte, erstellte ein vorsichtige Prognose. "Der Augapfel kann erhalten werden. Ob die Sehleistung wiederhergestellt wird, darüber kann ich noch keine Angaben machen. Die gesamte Hornhaut wurde durch einen langen Riss durchtrennt. Wir haben unser Bestmögliches versucht und hoffen, dass der Patient später wieder mit dem Hubschrauber fliegen kann."

Täter am Sonntag verhaftet
Der mutmaßliche Täter wurde noch am Sonntag verhaftet, einen Tag später aber gegen Kaution freigelassen. Gegen ihn leitete das Landesgericht Salzburg ein Vorverfahren "wegen Körperverletzung mit unter Umständen schweren Dauerfolgen ein", informierte Vizepräsident Hans Rathgeb. Der Strafrahmen bei diesem Delikt beträgt zwischen sechs Monate und fünf Jahre.

Auch Schnell selbst müsse zwangsläufig mit einer Anzeige rechnen, hieß es von Seiten der Exekutive. Während des Handgemenges vor dem Hotel soll der Politiker der 19-jährigen Niederländerin ein Schlag ins Gesicht und in die Bauchgegend verpasst haben, sagten Zeugen aus.

Bis Ende der Woche möchte Schnell das Krankenhaus verlassen. "Ich hoffe, dass keine Infektion oder eine andere Komplikation dazwischen kommt."
(apa/red)

22.2.2005 12:26