Fiat will Maserati von Ferrari trennen: Fusion von Maserati & Alfa Romeo geplant
- Ziel der neuen Pläne ist eine neue Luxus-Automarke
- PLUS: Die Zukunfts-Pläne der Italiener im Überblick

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Nach Ende der fünfjährigen Ehe mit General Motors (GM) feilt Fiat an neuen Strategien. Den Plänen von Fiat-Präsident Luca Cordero di Montezemolo zufolge soll sich die Firma Maserati von der Mutter Ferrari trennen und mit der Fiat-Tochter Alfa Romeo fusioniert werden. Ziel sei die Gründung einer neuen, auf Luxusautos spezialisierten Automarke, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" .
Ferrari soll dadurch von Maserati entlastet werden, die noch Schulden schreibt, und an die Börse gebracht werden.
Optimismus
Fiat-Boss Montezemolo sprüht vor Optimismus nach der Trennung von GM. "Fiat ist nun wieder komplett in italienischen Händen. Für uns beginnt ein neues Kapitel. Wir haben die Freiheit zur Entwicklung neuer strategischer Alternativen für Fiat Auto zurückgewonnen", sagt Montezemolo. Fiat sei "zu industriellen Partnerschaften mit anderen Autokonzernen bereit".
Orientierung an Franzosen
Indiskretionen zufolge will Montezemolo die Beziehungen zu Peugeot stärken. Gemeinsam mit dem französischen Konkurrenten soll ein leichtes Nutzfahrzeug entwickelt werden. Es soll von Tofas - einem Gemeinschaftsunternehmen von Fiat mit der türkischen Koc Holding - im türkischen Bursa produziert werden. Fiat will bei Qualität und Image nicht nur mit Peugeot, sondern auch mit Renault gleichziehen. "Wir orientieren uns an den französischen Mitbewerbern - ohne sie dabei zu imitieren", sagte der Wiener Vorstand von Fiat Auto, Herbert Demel, kürzlich.
Ehe mit GM gescheitert
General Motors hatte sich am Sonntag mit den Italienern geeinigt, 1,5 Mrd. Euro zu zahlen, damit Fiat nicht die Put-Option aus dem Jahr 2000 zieht, mit der die Amerikaner zur Übernahme hätten gezwungen werden können. Damit ist die Ehe zwischen GM und der krisengeschüttelten Fiat definitiv zu Ende. Mit der Trennung von GM sind jedoch Fiats Probleme nicht gelöst. Angesichts der dramatischen Finanzlage des größten italienischen Konzerns dürfte die Milliarden-Finanzspritze aus Detroit bereits in wenigen Monaten aufgebraucht sein. Allein für 2004 werden die Verluste von Fiat Auto auf bis zu 1,3 Mrd. Euro geschätzt.
Unsichere Zukunft
In Italien fragt man sich mit Sorge, ob Fiat Auto auf die Dauer als unabhängiges Privatunternehmen überleben kann, nachdem sich der Konzern von GM getrennt hat. Der weltweit einst drittgrößte Autokonzern ist während der letzten Jahrzehnte auf den elften Platz der Weltrangliste abgerutscht und hat während der letzten Jahre selbst in Italien massiv Marktanteile verloren.(apa/red)
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