Mittwoch, 16. Februar 2005

Hermann Maier: "Jetzt rechne ich ab"

  • "Man bringt mir nicht den nötigen Respekt entgegen!"

Die ÖSV-Attacke: Der Herminator über den eigenen Skiverband: „Andere wurden hinaufgetragen, ich hab alles selbst geschafft …“
Der Flirt-Angriff: Wie er durch seine Freundin Sarah stärker wurde: „Die Kraft für die Siege hole ich aus meinem Privatleben.“

Standesgemäß, wie es einem Mann seines Formats ansteht, mit einem römischen Streitwagen, dem vier schwarze Pferde vorgespannt waren, zog der Skikaiser in sei-ner Heimatgemeinde ein. Ganz Flachau war am Montagabend in den Gassen, um Hermann Maier, 32, die Ehre zu erweisen. Die Heimkehr des frisch gebackenen Riesentorlauf-Weltmeisters wurde zum großen Triumphzug.

Zwischen all den Feierlichkeiten fand der „Herminator“ noch genügend Zeit für ein exklusives NEWS-Interview, das einer Abrechnung gleicht, denn Österreichs unumschränkter Skiheld findet harte Worte wie schon lange nicht mehr. Dabei geht er mit seinen Kritikern genauso forsch ins Gericht wie mit dem eigenen Skiverband. Und Maier redet erstmals auch über seine Freundin Sarah Kurz, eine deutsche Ex-Fechterin. Sein sensationeller Ritt zum Riesentorlauf-Gold zuletzt bei der WM in Bormio passte wieder einmal perfekt zu seiner unglaublichen Erfolgsstory. Womit wird er uns als Nächstes überraschen? „Keine Ahnung“, grinst er, „am meisten überrasche ich mich sowieso immer wieder selbst.“

Typisch Maier. Bis zum allerletzten Augenblick hatte sich der Doppelolympiasieger und vierfache Weltcupgesamtsieger Zeit gelassen, um nicht von seiner vierten WM das erste Mal ohne Edelmetall nachhause zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt hatten ihn sehr viele schon abgeschrieben, lang und breit erklärt, dass er seinen Zenit überschritten hätte und ein Auslaufmodell sei, das seine Karriere besser beenden möge. Der Höhepunkt: Sogar über seinen WM-Start im Riesentorlauf wurde plötzlich ernsthaft debattiert, und der ORF blendete im WM-Studio von Bormio demonstrativ einen leeren Sessel ein, weil der Flachauer einfach nicht in die Sendung kommen wollte.

Glücksfall. Aber: Der Unterschied heißt eben Maier. Wie ein roter Faden zieht sich diese Tatsache schon durch seine gesamte Karriere. Was hat der Österreichische Skiverband (ÖSV) nicht alles unternommen, um nach Karl Schranz wieder einen Gesamtweltcupsieger aus der Retorte zu zaubern. Fast 30 Jahre hatte es gedauert, bis Hermann Maier dem ÖSV quasi passierte und 1998 die begehrteste Trophäe im Skiweltcup nach Österreich holte – nachdem er zuvor
in seinen Jugendjahren aus allen Kadern geflogen war. Nach dem schweren Motorradunfall im August 2001 überraschte er die gesamte Sportwelt mit seinem Super-Comeback. Das Riesentorlauf-Gold in Bormio war sein bisher letzter Geniestreich: Nach 1991 war es Österreichs erste WM-Goldene in der schwierigsten aller Disziplinen.

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PLUS: Das große Interview mit Hermann Maier

16.2.2005 16:28