Mittwoch, 16. Februar 2005

Der Aufstand der Top-Manager

  • Wirtschaftskapitäne warnen in massiver Protestwelle vor „Entmündigung“ & „Firmenflucht aus Österreich“

Bosse gegen Miss Justiz: FP-Justizministerin will Aufsichtsräte & Vorstände zurechtstutzen. Österreichs Manager-Elite läuft gegen „Mistkübel-Gesetz“ Sturm.

Über Österreichs Wirtschaftshimmel ziehen dunkle Wolken auf. Die Spitzenrepräsentanten der heimischen Wirtschaft sprechen einhellig von „Gefährdung des Kapitalmarktes“, „massiven Verschlechterungen für den Wirtschaftsstandort Österreich“ sowie der „drohenden Abwanderung von erfolgreichen börsennotierten Unternehmen“. Stein des Anstoßes, der für eine einmalige Protestwelle der heimischen Manager-Elite sorgt, ist ein Gesetzesentwurf von Justizministerin Karin Miklautsch. „Dieses geplante Gesetz brauchen wir so notwendig wie eine doppelte Lungenentzündung“, bringt es der Paradeindustrielle Hannes Androsch auf den Punkt.

Massive Protestwelle. In einer bisher einmaligen Aktion haben Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, Aktienforum, Banken- und Versicherungsverband, Wiener Börse, Junge Industrie sowie zahlreiche Vorstände und Präsidenten börsennotierter Unternehmen einen gemeinsamen Protestbrief an die Justizministerin formuliert, der NEWS exklusiv vorliegt. Das dringliche Ersuchen an Miklautsch: „Nehmen Sie von dem geplanten Gesetz Abstand.“

Kalte Enteignung. Das derzeit geplante „Gesellschaftsrechtsänderungsgesetz“ stellt insgesamt eine wesentliche Verschärfung des Gesellschaftsrechtes, drastische Einschränkungen für Aufsichtsräte sowie eine wesentliche Ausweitung der Haftungsbestimmungen vor.

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16.2.2005 16:04