Mittwoch, 16. Februar 2005

Haider auf Crash-Kurs

  • Haider attackiert Schüssel via NEWS frontal

Showdown: Haider im Infight mit dem Kanzler: „Schüssel will mich für verrückt erklären.“
Notstand: Wie Haider mit dem „Abhörskandal“ von seinen Kärntner Problemen ablenkt.

Hinter jedem Baum vermutet er derzeit einen gefährlichen schwarzen Mann. In jedem Telefon ortet er eine heimtückische Wanze. Im Innenministerium „entlarvt“ er sadistische Folterknechte, die seine Kärntner FPÖ „vernichten“ wollen. Und die „bösen“ Wiener will er bald in ihrer Gesamtheit als ausgekochte Anti-Kärnten-Agenten demaskieren.

Die Rede ist freilich nicht von einem aus dem Kalten Krieg übrig gebliebenen Agenten oder einem begnadeten Seifenopernautor, sondern von Jörg Haider. Der glaubt nun, seit dem Sommer 2004 Opfer einer groß angelegten „Bespitzelungsaktion“ des Innenministeriums geworden zu sein.

Frontalangriff auf Schüssel. Ist Haider nicht mehr Herr seiner Sinne? Leidet der 55-Jährige gar unter einem gefährlichen Verfolgungswahn? Oder ist es doch nur eine eiskalte Strategie? Will er einfach nur von ernsten Kalamitäten in seiner politischen Heimat ablenken, von den Desastern um Stadionbau und Seebühne?

Der Kärntner Landeshauptmann hat dieser Tage einfach wieder seine schon vor Jahren erprobte und liebste Pose wiederentdeckt und mimt den „ewig und von allen Verfolgten“, den ärmsten aller Märtyrer. Dieses Mal ist es allerdings nicht die ominöse „linke Jagdgesellschaft“, die Haider an den Kragen will, sondern sein liebster Feind und einstiger Bündnispartner: Kanzler Wolfgang Schüssel.

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PLUS: Das Exklusiv-Interview mit Jörg Haider: „Schüssel will mich für verrückt erklären.“

16.2.2005 15:48