Dienstag, 1. März 2005

"Bewegung" statt Stillstand: Streiks sind nach BA-CA-Aufsichtsrat vorerst vom Tisch

  • Vorstandskonzept gebilligt, Betriebsrat aber dagegen
  • Fuhrmann: Teile der Zielvereinbarung umgesetzt

Die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) haben das vom Vorstand vorgelegte Konzept eines neuen Dienstvertragspakets für die 10.500 Beschäftigten in Österreich abgenickt. Die Belegschaftsvertreter verweigerten ihre Zustimmung. Trotzdem ist fürs erste eine Eskalation im Arbeitskampf, also ein Streik, - zumindest vorläufig - vom Tisch.

Es hat "Bewegung" gegeben, heißt es aus der Arbeitnehmervertretung. Betriebsratschefin Hedwig Fuhrmann kritisiert zwar weiter die "einseitige" Vorgangsweise des Vorstands, von seinen ursprünglichen Plänen sei der Vorstand aber "maßgeblich" abgerückt, insbesondere was die Umsetzung wesentlicher Teile der so genannten "Zielvereinbarung" betrifft und den nun angebotenen, ans Sparkassenrecht angelehnten "Erwartungs- und Vertrauensschutz". Weiterhin auseinander sind die Vorstellungen beim Kündigungsschutz (Definitivum).

Am Dienstag werden die Betriebsräte der Bank Austria in einer Sondersitzung die neue Entwicklung beraten. Nächste Woche findet eine Betriebsrätekonferenz statt und am 16. März gibt es erneut eine große Betriebsversammlung. Ob in der Dienstzeit oder außerhalb, diese Entscheidung behält sich Fuhrmann noch vor.

Fuhrmann: "Die Belegschaft hat sich in vielen Punkten durchgesetzt, der Zusammenhalt hat sich bezahlt gemacht", der Vorstand werde seine Vorstellungen nun nicht ohne Wenn und Aber umsetzen. Die Umsetzungsschritte werde der Betriebsrat genauestens prüfen und begleiten. Inhaltlich müsse noch viel erläutert werden, denn jetzt bestehe das Konzept primär aus "vielen Überschriften". Fuhrmann bestätigte, dass ein Streik aus heutiger Sicht fürs erste vom Tisch sei. Unbestritten sei, dass die KV-Zugehörigkeit die ordentlichen Gerichte zu entscheiden hätten. (apa)

1.3.2005 16:03