Postämter-Schließungen: Post findet offenbar schwer Ersatz für bis zu 357 Ämter
- Erst vier Zusagen für so genannte Postpartner
- Post-Stellungnahme: "Sind mitten in den Gesprächen"
·2005 bringt für 357 Postämter das Aus
Für jedes zugesperrte Amt wird's Alternativen geben
Der Post fällt es offenbar schwer, Ersatz für die geplante Schließung von bis zu 357 Postämter zu finden. Es gibt erst vier fixe Zusagen von Partnern, die künftig das Geschäft der Post erledigen wollen. "Wir sind mitten in diesen Gesprächen. Man kann sagen, es sind 'erst' vier oder es sind 'schon' vier und es werden wirklich täglich mehr", sagte dazu Post-Sprecher Michael Homola dem Radiosender. Versprochen sind bis zu 100 Postpartner.
Es stelle sich die Frage, ob es der Post einfach egal sei, ob es Ersatz gibt oder nicht, sagte dazu Gemeindebund-Sprecher Daniel Kosak dem Ö1-Morgenjournal am Freitag. Er ist der Meinung, dass die Post bereits genug Zeit gehabt hätte, Postpartner zu finden.
Gorbach erwartet bald bessere Ergebnisse
Vizekanzler Infrastrukturminister Hubert Gorbach (F) erwartet schon in den nächsten Tagen "bessere Ergebnisse" bei der Suche der Post nach Partnern, die künftig das Geschäft der Post erledigen wollen. "Postpartner, Servicestellen oder Landzusteller - es gibt viele Möglichkeiten. Partout-Standpunkte machen auf keiner Seite Sinn, denn es geht auch darum, dass neben der Erfüllung des Versorgungsauftrages das Unternehmen Post auch wirtschaftlich agieren kann", so Gorbach am Freitag.
Bisher konnten wie berichtet erst vier Partnerschaften zwischen Gemeinden und Post fixiert werden. "Es braucht Kooperationsbereitschaft von beiden Seiten, das möchte ich betonen", meint Gorbach in einer Pressemitteilung. Taktische Spiele seien in dieser ernsten Angelegenheit fehl am Platz. Außerdem erwarte er sich von der angekündigten gemeinsamen Kampagne von Wirtschaftskammer und Post einen deutlichen Zuwachs an Postpartnern. Im Vordergrund stehe die flächendeckende Versorgung insbesondere auch im ländlichen Raum.
In die Kommission, die sich der Beschwerdefälle annehmen wird, werde er im Beobachterstatus einen Vertreter des Infrastrukturministeriums entsenden, um ein Stimmungsbild zu erhalten. "Diese Sache ist uns sehr wichtig und ein großes Anliegen", so Gorbach. Es dürfe kein Zuschließen geben, bevor mit den Gemeinden nicht alle Fakten geklärt sind und es eine Einigung gibt, so der Vizekanzler. (apa/red)
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