Dienstag, 15. Februar 2005

Tempo leicht gedrosselt: Wienerberger will bis 450 Mio. Euro in Wachstum stecken

  • Großinvestition über Fremdkapital finanziert werden
  • Deutlich höhere Dividende für 2004 in Aussicht gestellt

Nach Wachstumsinvestitionen in Rekordhöhe im vergangenen Jahr will der börsenotierte Baustoffhersteller Wienerberger heuer sein Wachstumstempo nur leicht drosseln. Für 2005 hat Wienerberger eine Investitionssumme von bis zu 450 Mio. Euro für seine Expansion vorgesehen, sagte Wienerberger-Vorstandschef Wolfgang Reithofer am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

In dieser Globalsumme sind freilich auch Aufwendungen bis zu 200 Mio. Euro für eine größere Akquisition vorgesehen. Für die laufenden kleineren Zukäufe will Wienerberger heuer rund 250 Mio. Euro ausgeben.

Sollte heuer eine der geprüften Großakquisitionen schlagend werden, will man diese durch eine kurzfristige Erhöhung der Verschuldung auf bis zu 100 Prozent "gearing" finanzieren. Eine neuerliche Kapitalerhöhung sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt "nicht realistisch" und würde höchstens bei einem Akquisitions-"Megaprojekt" eingesetzt, sagte Reithofer. An laufenden, kleineren Wachstumsprojekten werden derzeit 14 Vorhaben in allen Geschäftsbereichen geprüft.

Rekordergebnis für den Ziegelproduzenten
Das Unternehmen hatte in der Früh seine vorläufigen Bilanzzahlen für das vergangene Jahr bekanntgegeben und eine substanzielle Erhöhung der Dividende pro Aktie von 0,77 auf über 1 Euro in Aussicht gestellt.

Das Betriebsergebnis (Ebit) um knapp 40 Prozent auf 257,2 Mio. Euro gewachsen, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 21 Prozent auf 405,4 Mio. Euro zu. Der Umsatz 2004 stieg um 14 Prozent auf 1,758 Mrd. Euro. Wienerberger hat damit die Erwartungen der Analysten im Wesentlichen erreicht. Die Zahlen zu "Netprofit" bzw. Gewinn pro Aktie werden erst Ende März bei der Vorlage der endgültigen Jahreszahlen bekanntgegeben.

Ost- und Mitteleuropa wird sich 2005 besser entwickeln
Der Ausblick, den Wienerberger-Chef Reithofer auf das laufende Jahr 2005 gab, fiel optimistisch aus: "Ost- und Mitteleuropa werde sich wieder besser entwickeln als im etwas schaumgebremsten vergangenen Jahr." Reithofer: "Es wird weniger Länder mit Schwächen geben." Der deutsche Markt wird demnach freilich weiter dahindümpeln. Sogar ein weiterer Rückgang um bis zu 10 Prozent liege im Bereich des Möglichen, hieß es. Stark wie im vergangenen Jahr würden sich auch die Märkte in Nord-Westeuropa entwickeln. In den USA rechnet Wienerberger mit einer konstant guten Nachfrage, namentlich im ersten Halbjahr.

Reithofer bekräftigte auch für 2005 das schon seit geraumer Zeit geltende Unternehmensziel, das Ebitda und den Gewinn pro Aktie um mehr als 10 Prozent zu steigern. (apa)

15.2.2005 12:25