Montag, 14. Februar 2005

voestalpine auf Rekordkurs: 2004/2005 wird eine Ergebnisverdoppelung erwartet

  • Ebit soll auf "an die 500 Millionen Euro" steigen
  • In ersten 3 Quartalen deutliche Umsatz-Verbesserung

Der weltweite Stahlboom lässt bei der Voest die Gewinne glänzen. Nach den ersten drei Quartalen sieht sich der börsenotierte österreichische Großkonzern auf dem Weg zu einem neuen Rekordergebnis im Gesamtjahr 2004/05. Den Aktionären stellte Voest-Chef Wolfgang Eder am Montag eine Dividendenerhöhung auf 2 Euro pro Aktie in Aussicht, das wären um 25 Prozent mehr als für 2003/04 (1,60 Euro je Aktie).

Neben einer Verdoppelung des Betriebsgewinns (Ebit) von 248,3 Mio. Euro auf "an die 500 Millionen" rechnet Eder für das mit 30. März endende Geschäftsjahr 2004/05 unter dem Strich mit einem Netto-Gewinn in einer Größenordnung von "etwas über 300 Millionen Euro", nach einem Konzernergebnis von 133,3 Mio. Euro (2003/04). An der Börse notierte die Voest-Aktie am frühen Nachmittag mit 62,95 Euro um 1,4 Prozent fester.

In den ersten neun Monaten - von April bis Ende Dezember - stieg der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 23,1 Prozent von 3,40 auf 4,19 Mrd. Euro. Das Ebit legte um 73,3 Prozent von 196,3 auf 340,2 Mio. Euro zu, der Vorsteuergewinn (EGT) um 76,5 Prozent von 171,6 auf 302,8 Mio. Euro und der Periodenüberschuss um 96,9 Prozent von 106,8 auf 210,3 Millionen. Den Gewinn je Aktie bezifferte die Voest in einer Ad-hoc-Information mit 5,32 (nach 2,71) Euro.

Werte zum Teil deutlich über Erwartungen
Die bekannt gegebenen Werte lagen zum Teil deutlich über den Erwartungen heimischer Analysten, die im Durchschnitt einen Umsatz von 4,075 Mrd. Euro (plus 20 Prozent) und einen operativen Gewinn (Ebit) von 295,3 Mio. Euro (plus 50 Prozent) erwartet hatten. Wie die Voest heute mitteilte, habe man bereits nach Ende des dritten Quartals mit allen Ergebniszahlen die Werte des bisher besten Gesamtjahres 2000/01 weit übertroffen.

Angesichts der anhaltenden "Hausse" bei Rohstoffen wie Erz, Koks und Schrott, ausgelöst durch den Stahl-Hype in China, sind für Konzernboss Eder weitere Preiserhöhungen bei den Produkten der Voest in den nächsten Quartalen unausweichlich. Eder: "Wir haben den Druck, die Preise zu erhöhen." Denn gegenüber dem Vorjahr zeichne sich auf der Rohstoffseite ein weiterer signifikanter Preisanstieg ab, der generell gesehen mindestens 20 Prozent betragen werde. Für 2004/05 rechnet der Voest-Konzern unverändert mit einer Mehrbelastung durch gestiegene Rohstoffkosten von rund 300 Mio. Euro.

Die Umsätze sind in den ersten drei Quartalen am stärksten in der Division Profilform (plus 45 Prozent) gestiegen. Markante Zuwächse verbuchten auch die Divisionen Stahl (plus 26 Prozent) und Bahnsysteme (plus 20 Prozent). Der Umsatz der Autozuliefersparte motion erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent.

Tahlsohle durchschritten
Im Kfz-Zuliefergeschäft, das bis vor kurzem noch unter Margendruck stand, konnte im ersten Halbjahr 2004/05 die Tahlsohle durchschritten und das Ergebnis im dritten Quartal "deutlich verbessert" werden. Angepeiltes Ziel für das Gesamtjahr sei das Halten der zuletzt erreichten Ebit-Marge von 3,1 Prozent. Für das kommende Geschäftsjahr 2005/06 strebt Eder 3,5 bis 4 Prozent an. Mittelfristig seien 6 bis 7 Prozent, der Konzern-Mindeststandard, geplant, sagte der Voest-Generaldirektor gegenüber Bloomberg-TV.

In den ersten drei Quartalen hat die Voest insgesamt 369,8 Mio. Euro investiert, um rund 11 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Begründet wurde der Anstieg vor allem mit den Großvorhaben des Investitionsprogramms "Linz 2010".

Im vergangenen Herbst hat die voestalpine nach rund 100 Tagen Bauzeit einen neuen Großhochofen in Betrieb genommen. Damit wurde die Rohstahlproduktion am Standort Linz von 4,4 auf zunächst 5,2 Millionen Jahrestonnen hochgefahren, bis 2008 soll diese Kapazität in einem weiteren Ausbauschritt auf 5,5 Millionen Tonnen weiter aufgestockt werden. Ende Dezember beschäftigte die Voest im Konzern insgesamt 23.143 Mitarbeiter (ohne Lehrlinge), um 436 Leute mehr als im Vorjahr.
(apa)

14.2.2005 14:32