Österreich ist Weltmeister: Die ÖSV-Adler triumphieren beim Skisprung-Teambewerb!
- Souveräner Sieg vor Deutschland und den Slowenen
- Finnland geht als Vierter auf Normalschanze leer aus
·Die siegreiche ÖSV Springer-Mannschaft
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Österreichs Skispringer können bei Großereignissen doch noch zuschlagen: Nachdem die ÖSV-Adler bei den Olympischen Spielen 2002 und den Nordischen Weltmeisterschaften in Val di Fiemme im Jahr darauf ohne Medaille geblieben waren, schlugen Wolfgang Loitzl, Andreas Widhölzl, Thomas Morgenstern und Martin Höllwarth in Oberstdorf groß zu. Das Quartett verteidigte den Team-Titel von der Normalschanze aus dem Jahr 2001 in Lahti (2003 wurde er nicht ausgetragen) erfolgreich und holte damit vor Deutschland und Slowenien die zweite Medaille für die ÖSV-Delegation nach Kombinations-Einzel-Bronze durch Felix Gottwald am Freitag.
Für die Österreicher wurde es im Finish aber noch knapp, weil Morgenstern als vorletzter Springer seines Teams bei starkem Schneefall und "bremsendem Anlauf" nur 82,5 m weit sprang. Der Vorsprung auf Verfolger Deutschland schrumpfte damit auf nur neun Punkte, doch Schlussmann Höllwarth bewies trotz eines 99-m-Satzes des Deutschen Georg Späth Nerven aus Stahl: Mit einem 97,5-m-Sprung ließ er es nicht zu, dass Gastgeber Deutschland wie im Kombinationseinzel Österreich das Gold noch wegschnappt. Mit 6,5 Punkten Vorsprung holte der Nationencupleader den Titel, Bronze ging überraschend an Slowenien, das um nur 1,5 Zähler besser war als Finnland.
Die Truppe von Cheftrainer Alexander Pointner hatte von Beginn weg geführt und den Vorsprung nicht zuletzt dank der Tageshöchstweite von Thomas Morgenstern auf 100 m auf bis zu 31,5 Punkte ausgebaut, letztlich wurde es aber noch ein knapper Sieg.
"Ich bin fast zu Tränen gerührt, das war eine sensationelle Leistung meiner Jungs", freute sich "Goldschmied" Pointner. "Morgi hat es noch sehr spannend gemacht, aber Hölli hat es sicher heimgebracht. Er ist unser Trumpf, den kann nichts aus der Bahn werfen."
Höllwarth erfolgreichster nordischer ÖSV-Sportler
Höllwarth ist mit insgesamt sechs WM-Medaille, drei aus Gold, zum erfolgreichsten nordischen ÖSV-Sportler bei Nordischen Weltmeisterschaften überhaupt ausgestiegen. "Ich habe einen ganz lockeren Sprung gezeigt, und gar nicht gewusst, dass es so knapp ist. Das ist eine schöne Genugtuung für gestern, da haben wir eine schöne Watschn gekriegt. Unser Team hat gezeigt, dass es unter seinem Wert geschlagen worden ist", spielte Hölli auf die verpatzte Einzelkonkurrenz vom Samstag an.
Morgenstern jubelte über sein erstes Gold im Alter von erst 18 Jahren, auch Einzel-Weltmeister Rok Benkovic ist auch noch 18. "Ich wollte, dass der Hölli auch ein bisserl was beiträgt", scherzte er, um gleich darauf zu ergänzen. "Nein, ich freue mich jetzt noch mehr, als wenn ich im zweiten Durchgang weit gehupft wäre. Jetzt freue ich mich auf die große Schanze."
Für Andreas Widhölzl war es überhaupt das erste Gold in seiner langen Karriere, dementsprechend freute sich der 28-jährige Tiroler, dem es zuvor gar nicht so gut auf dem kleineren Bakken in der Allgäu-Arena gelaufen war. "Ich bin gestern schon ein bisserl einen Semmel ghupft. Ich war so nervös, ich habe fast nicht zuschauen können. Ich war froh, dass der Hölli zum Schluss dran war."
Bei Loitzl, der wie Höllwarth auch im siegreichen Team in Lahti vor vier Jahren gestanden war, kamen Erinnerungen an sein erstes Gold auf. "Es war bis zum letzten Springer spannend, auch damals hat der Hölli als Letzter zugeschlagen."
Skispringen Teambewerb Normalschanze:
1. Österreich 970,5 Punkte
(Wolfgang Loitzl 97,5m/93m, Andreas Widhölzl 88,5/91,5, Thomas Morgenstern 100/82,5, Martin Höllwarth 94/97,5)
2. Deutschland 964,0
(Michael Neumayer 90,0/86,5, Martin Schmitt 91,5/95,5, Michael Uhrmann 92,5/92, Georg Späth 94,0/99,0)
3. Slowenien 929,5
(Primoz Peterka 91,0/84,0, Jure Bogataj 81,5/91,0, Rok Benkovic 97,0/94,5, Jernej Damjan 98,0/95,0)
4. Finnland 928,0
(Matti Hautamäki 91,5/92,5, Jussi Hautamäki 86,5/86,0, Risto Jussilainen 93,0/84,5, Janne Ahonen 95,0/97,0)
5. Russland 899,5
(Ildar Fatschullin 91,0/87,5, Dmitri Ipatow 83,0/82,5, Denis Kornilow 90,5/91,0, Dmitri Wassiljew 94,0/96,5)
6. Polen 859,0
(Kamil Stoch 86,5/82, Marcin Bachleda 83,0/80,0, Adam Malysz 95,0/91,0, Robert Mateja 89,0/90,0)
7. Tschechien 850,5
(Jan Mazoch 88,5/84,5, Lukas Hlava 79,5/83,5, Jan Matura 86,5/78,0, Jakub Janda 95,5/95,5)
8. Schweiz 846,0
(Michael Möllinger 86,5/87,0, Simon Ammann 83,0/82,0, Marco Steinauer 84,0/82,5, Andreas Küttel 91,5/95,0)
(apa/red)










