Nordisches Skifest in Oberstdorf: ÖSV-Team kämpft um Medaillen in allen Sparten
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Oberstdorf: Gottwald kann die Führung übernehmen
·Skispringer mit 7x Gold Spitzenreiter
Alle bisherigen ÖSV-WM-Medaillen nach Sparten
Deutsche Perfektion statt italienischer Improvisation, Zehntausende begeisterte Fans statt oftmals leerer Tribünen. Teilnehmer und Besucher erwartet bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oberstdorf ein Skifest in traumhafter Winterkulisse.
Das österreichische Aufgebot im Allgäu wird zwar von der Medaillenzahl hinter den ÖSV-Alpinen in Bormio (11/3-4-4) zurückbleiben, der Gewinn von Edelmetall in allen drei Sparten - erstmals seit der Heim-WM 1999 - sollte aber als großes Ziel gelten. Die Erwartungen von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel decken sich mit jenen der Sportdirektoren Toni Innauer und Markus Gandler: "Zwischen drei und fünf Medaillen erhoffe ich mir schon. Unter drei sind wir unzufrieden, ab fünf sind wir glücklich", hatte der ÖSV-Chef schon vor dem WM-Winter erklärt.
Springen: Alle gegen Ahonen
Die Chancen, dass die Vorgaben erfüllt werden, stehen gut. Die Springer treten nach Gold in Lahti 2001 im Normalschanzen-Teambewerb als Titelverteidiger an (2003 wurde er nicht ausgetragen) und sind auch in der zweiten Mannschaftkonkurrenz für Edelmetall gut. Höher hängen die Trauben für Martin Höllwarth, Andreas Widhölzl und Thomas Morgenstern im Einzel. Janne Ahonen (FIN) hat die Weltcup-Saison mit bisher zwölf Siegen dominiert, Adam Malysz (POL) ist zweifacher Titelverteidiger.
Kombi: Manninen ist das Maß aller Dinge
Bei den Kombinierern führt der Weg zum Erfolg über den achtfachen Saisongewinner Hannu Manninen (FIN) und Lokalmatador Ronny Ackermann (vier Erfolge). Felix Gottwald, Sieger der WM-Generalprobe in Reit im Winkl, springt und läuft um seine bereits zehnte Medaille bei Großereignissen und führt das 2003 im Val di Fiemme erfolgreiche ÖSV-Quartett im Teambewerb an. Im Langlauf, wo zwölf der insgesamt 19 Goldmedaillen vergeben werden, tragen Christian Hofmann (15 km am Donnerstag) und Michail Botwinow (50 km am 27.2.) die Hoffnungen, das Feld der Medaillen-Anwärter ist groß.
Die bisher erfolgreichsten Titelkämpfe für den ÖSV waren jene im Val di Fiemme 1991 (3-1-1), zuletzt hatte es 2003 an gleicher Stelle je ein Mal Gold, Silber und Bronze durch die Kombinierer gegeben. Bei sehr gutem Verlauf könnte in Oberstdorf die 50. Jubiläums-Medaille gefeiert werden, derzeit halten die ÖSV-Nordischen bei 45.
Mehr als 300.000 Zuschauer erwartet
Das Ambiente im südlichsten Ort Deutschlands, der zum zweiten Mal nach 1987 WM-Gastgeber ist, hebt sich wohltuend von jenem in Bormio ab. Die Veranstalter erwarten - nicht zuletzt dank der Erfolge der deutschen Nordischen - für die 45. Titelkämpfe mindestens 300.000 Zuschauer. Mehr als 500 Aktive wurden genannt, 52 teilnehmende Verbände bedeuten Rekord.
Die Veranstalter in dem 10.000-Einwohner-Ort mit seinen 17.000 Gästebetten haben in die Sportstätten rund 23 Millionen Euro investiert. So wurden die Schattenberg-Schanzen umgebaut und ein Stadion für maximal 27.000 Zuschauer geschaffen - eine gute Investition auch für die Vierschanzen-Tournee. Im Ortsteil Ried wurde ein neues Netz anspruchsvoller Loipen erstellt, Tribünen und Stadion werden temporär errichtet. Für die Durchführung stehen dem OK-Generalsekretär, dem Salzburger Rudi Höller, zwölf Millionen Euro zur Verfügung, er erwartet "eine WM der Superlative".
(apa/red)










