Donnerstag, 17. Februar 2005

Schlechte Karten: Keine Erfolge für
die Österreicher-Klubs im UEFA-Cup

  • Austria-Aufeinandertreffern mit Daum unwahrscheinlich
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Die Österreicher-Klubs haben sich in den Drittrunden-Hinspiel des UEFA-Cups keine guten Ausgangspositionen für einen Aufstieg in das Achtelfinale geschaffen. Während sich der FC Basel ohne Ex-Nationaltorhüter Thomas Mandl gegen den französischen Tabellenzweiten OSC Lille mit einem torlosen Unentschieden begnügen musste, unterlag der SC Heerenveen gegen Newcastle United knapp mit 1:2. Lange hatte es nach einem Überraschungserfolg für die Niederländer, bei denen ÖFB-U21-Nationalspieler Thomas Prager bis zur 88. Minute eingesetzt wurde, ausgesehen, ehe Shearer (69.) und Bowyer (82.) für klare Verhältnisse sorgten.

Schlechte Karten hat auch der portugiesische Traditionsklub Benfica Lissabon. Die von Giovanni Trapattoni betreuten Hauptstädter unterlagen bei ZSKA Moskau mit 0:2. Der russische Nationalspieler Wassili Berezutski (12.) und der Brasilianer Vagner Love (61.) trafen für den achtfachen russischen Meister, der in der Champions League-Gruppenphase gegenüber Titelverteidiger FC Porto nur um einen Punkt den Kürzeren gezogen hatte. Die Russen haben sich damit wie Olympiakos Piräus (1:0-Heimsieg über Sochaux) eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen. Dynamo Kiew und Vorjahrs-Halbfinalist Villarreal, sowie der deutsche Zweitligist Alemannia Aachen und GAK-Gruppengegner AZ Alkmaar trennten sich torlos.

Der türkische Meister und aktuelle Tabellenführer Fenerbahce Istanbul unterlag hingegen vor heimischer Kulisse Real Saragossa mit 0:1. Den entscheidenden Treffer für die Spanier erzielte der brasilianische Innenverteidiger Alvaro (72.), während der französische Fenerbahce-Neuzugang Nicolas Anelka auf voller Linie enttäuschte und kaum Ballkontakte verzeichnete.

Ein Aufeinandertreffen des deutschen Fenerbahce-Trainers Christoph Daum mit seinem Ex-Klub Austria Wien im Achtelfinale ist daher unwahrscheinlich. Eher blüht den Wienern im Falle eines Aufstieges gegen Athletic Bilbao - die Partien werden nach der Absage am Mittwoch am 24. Februar (in Wien) und am 27. Februar (in Bilbao) ausgetragen - im Achtelfinale ein erneutes Duell mit Saragossa, das sie in der Gruppenphase durch ein Gilewicz-Tor zu Hause bereits mit 1:0 bezwungen hatten.

Favoriten haben's nicht leicht
Bereits am Vortag haben sich die Favoriten schwerer getan, als es ihnen lieb war. Während sich der Tabellen-Zweite der deutschen Bundesliga, der FC Schalke 04, für ein schmeichelhaftes 1:1-Auswärtsremis bei Schachtjor Donezk beim glänzenden Torhüter Frank Rost bedanken durfte, unterlag der spanische Tabellen-Dritte FC Sevilla in Athen Panathinaikos mit 0:1. Partizan Belgrad und Austria-Gruppen-Gegner Dnjepr Dnjepropetrowsk trennten sich 2:2.

Die Schalker waren beim ukrainischen Leader und Cupsieger durch Goalgetter Ailton (7.) rasch in Führung gegangen, ehe sich Rost mehrmals auszeichnete. In der 86. Minute musste sich der 31-Jährige dann aber dem Brasilianer Brandao geschlagen geben, der aus abseitsverdächtiger Position ausglich. Dennoch haben die "Königsblauen" vor dem Rückspiel in der Arena AufSchalke alle Trümpfe selbst in der Hand. "Wenn man die Torchancen hochrechnet, geht das 1:1 in Ordnung. Frank Rost hat uns in ein paar Situationen vor einer Niederlage bewahrt", lobte Schalke-Trainer Ralf Rangnick.

Offensiver Stranzl mit Stuttgart in Parma remis
Der VfB Stuttgart erreichte beim UEFA-Cup-Sieger von 1999, dem AC Parma, ein torloses unentschieden. Die stark abstiegsgefährdeten Italiener waren allerdings ohne einen Großteil ihrer Stammspieler angetreten, steht doch das Kellerderby gegen den Schopp-Klub Brescia am Wochenende bevor. Auch die Stuttgarter hatten einige Ausfälle zu kompensieren, wodurch ÖFB-Teamspieler Martin Stranzl in der für ihn ungewohnten Rolle als rechter Mittelfeldspieler auflief. "Das ist natürlich nicht seine angestammte Position, aber es hat speziell über rechts eigentlich ganz gut funktioniert", sagte VfB-Trainer Matthias Sammer.

"Beide Mannschaften haben taktisch diszipliniert gespielt. Wir haben gut dagegen gehalten, sind hinten kompakt gestanden und hatten nach vorne einige ganz gute Aktionen. Wir können mit der Leistung zufrieden sein", resümierte Stranzl, der in einem spielerisch mäßigen Spiel noch einer der auffälligsten Offensivakteure war und in der 51. Minute nur knapp scheiterte. "Mit einem Tor hätten wir uns nächste Woche aber um einiges leichter getan", wusste der 24-jährige Burgenländer.

Ajax schlägt Auxerre, Sevilla verliert
Eine bessere Ausgangsposition für das Rückspiel erspielte sich Ajax Amsterdam. Die Niederländer landeten dank eines Treffers von Maxwell vor der Pause (35.) einen knappen 1:0-Heimsieg über GAK-Gruppen-Gegner AJ Auxerre.

Vor den Augen ihres designierten neuen Coaches Alberto Malesani überraschte Panathinaikos den FC Sevilla. Der Italiener, der 1999 den AC Parma zum UEFA-Cup-Sieg geführt hatte, soll beim griechischen Meister die Nachfolge des zuletzt nur selten erfolgreichen Tschechen Zdenek Scasny antreten. Der entscheidende Treffer gegen die Andalusier gelang Vintra eine Viertelstunde vor Schluss.

(apa/red)

17.2.2005 22:56