Lange Durststrecke: Athletic Bilbao mit viel Tradition, aber seit 80ern ohne Titel
- Austrias UEFA Cup-Gegner von Engländern gegründet
- Rot-Weiß gestreifte Klubfarben durch Rugby-Trikots
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Sechs Mal hat Austria Magna bisher im Europacup mit spanischen Vertretern - zuletzt im laufenden UEFA-Cup mit Real Saragossa, und das erfolgreich - die Klingen gekreuzt. Jetzt wartet eine Premiere, denn der Gegner Athletic Bilbao war noch nie im internationalen Geschäft Kontrahent eines österreichischen Vereins. Der Klub ist der älteste baskische in der Primera Division und wurde 1898 unter dem Namen Athletic Club Bilbao gegründet, der 1901 durch den Futbol Club eine Kicker-Abteilung bekam.
Im Gegensatz zu Atletico aus der spanischen Hauptstadt Madrid nennt sich Bilbao aus historischem Grund Athletic mit h und ohne o. Die Gründungsväter waren einige Fußball-verrückte Basken, die im Hafen englische Handelsseeleute trafen und so Kontrakt zu dem Sport aus dem Ursprungsland hatten. Mit den niedergelassen Gästen hetzten sie erstmals im Mai 1894 der Kugel hinterher. Um die Fußball-Geburt in der Provinz zu "verewigen", lag es daher nahe, den Vereinsnamen einfach zu anglisieren.
Und Athletic übernahm seine charakteristischen Rot-Weiß gestreiften Klubfarben einfach von den damals typischen englischen Rugby-Trikots. Auf diese Art und Weise gerade erst das Licht der Fußball-Welt erblickend, wurde 1902 durch ein 2:1 vor 1.500 Zuschauern in Madrid gegen FC Barcelona der erste inoffizielle (Cup-)Titel eingefahren. Die Zebras trugen sich dann auch gleich in den zwei ersten offiziellen Cup-Bewerben 1903 und 1904 als Sieger in die Ehrentafel ein.
Heute hält Athletic bei 24 nationalen Pokal-Trophäen, acht Meistertiteln, fünf Doubles (alles zuletzt 1984) und einen Supercup-Triumph (1985). Den bisherigen internationalen Höhepunkt erlebten die Nordspanier in der Saison 1976/77, als sie bis in die Endspiele des UEFA-Cups vordrangen und dort erst an Juventus Turin und an der Auswärtstorregel (0:1/in der Fremde bzw. 2:1/daheim) scheiterten. Die Heimstätte ist das 1913 fertig gestellte San Mames-Stadion.
Heimspiele in der "Kathedrale"
Heute fasst die von den Fans liebevoll "La Catedral" genannte WM-Arena von 1982 auf ihren steilen Tribünen fast 40.000 Zuschauern und gilt in spanischen Fußball-Kreisen als ganz heißer Boden. Mit dem WM-Turnier kam zu dem Verein, der 34.373 Mitglieder zählt und über ein Budget von über 38,9 Mio. Euro verfügt, der Erfolg zurück. Unter dem Basken Javier Clemente wurde 1983 im Fernduell mit Real Madrid der erste Meistertitel nach 27-jähriger Pause eingefahren.
Dieses Kunststück wurde ein Jahr später wiederholt, dazu das Double geschafft und der Supercup gewonnen. 1985 gelang dann "nur" mehr der Einzug ins nationale Cup-Endspiel. An die damaligen guten Fußball-Zeiten vermochte man nicht mehr anzuschließen, obwohl mit dem Briten Howard Kendall, dem Deutschen Jupp Heynckes, dem Serben Dragoslav Stepanovic und dem Franzosen Luis Fernandez einige namhafte Feldherrn verpflichtet wurden.
Der zweite Platz in der Primera Division mit Fernandez 1997/98 war das Höchste der Gefühle. An ihm wird der neue Coach gemessen. Er heißt Ernesto Valverde und schwingt seit 2003 das Zepter. Der Trainer kam 1997 zu Athletic und arbeitete zuerst im Nachwuchsbereich. Als Aktiver spielte er u.a. für Espanyol, FC Barcelona (1988/89 Cup der Cupsieger, 1989/90 spanischer Cup), Athletic, RCD Mallorca und trug ein Mal den spanischen Teamdress.
(apa/red)
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