Freitag, 18. Februar 2005

Nach dem Wettskandal: Bundesliga-Soko kommt mit Präventiv-Fragebogen für Klubs

  • Soll über "etwaige Auffälligkeiten Aufschluss bringen"
  • Keine Liga-Stellungnahme zu Wettskandal-Ermittlungen

Die Sonderkommission der österreichischen Fußball-Bundesliga hat am Freitag bei ihrer Tagung in Wien Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen im Zusammenhang mit einer möglichen Wett-Manipulation erarbeitet. "An alle zwanzig Vereine der Bundesliga wird ein erarbeiteter Präventiv-Fragebogen übermittelt, der über etwaige Auffälligkeiten Aufschluss bringen soll. Mögliche Erkenntnisse daraus werden von der Sonderkommission geprüft und an die verantwortlichen Stellen weiter geleitet", hieß es in einer Aussendung der Bundesliga vom frühen Freitagnachmittag.

Die Bundesliga-Soko unter dem Vorsitz von Johann Rzeszut - die weiteren Mitglieder sind Rudolf Potocnik, Wolfgang Pöschl (Mitglieder Ethik-Komitee), Heinz Fahnler (Vorsitzender Senat 3), Herbert Prohaska und Georg Pangl (Bundesliga-Vorstand) - einigte sich weiters darauf, "technische Delegierte" einzusetzen, "die die im Rahmen des dem Österreichischen Fußball-Bund zur Verfügung stehenden Frühwarnsystems (Schnittstellen mit Sportwetten GmbH, Verband der Buchmacher, Schiedsrichter) und mit entsprechenden Informationen ausgestattet tätig sind".

"Das oberste Ziel der Österreichischen Bundesliga ist die soziale und erzieherische Verantwortung und Vorbildwirkung in der Gesellschaft. Deshalb werden wir alle Maßnahmen ergreifen, um Ansätze einer moralischen Fehlentwicklung im Keim zu ersticken", präzisierte Johann Rzeszut. In der Aussendung hieß es weiters: "Die Bundesliga und all ihre Organe sind gemeinsam mit dem ÖFB bemüht, weiterhin und in engem Kontakt mit den ermittelnden Behörden in Österreich und Deutschland zu bleiben und jegliche Form der Unterstützung leisten."

Kein Kommentar zu Wettskandal-Ermittlungen
Die Sonderkommission hat am Freitag auch die nachträglich von der Staatsanwaltschaft Berlin übersandten Unterlagen geprüft. Über Inhalt oder Erkenntnisse gibt es von der Bundesliga keine Stellungnahme.

ÖFB-Vertreter Hübel, der Präsident des Salzburger Fußball-Verbandes, war am Montag nach Einsicht der Ermittlungsakten in der "Causa Hoyzer" in Berlin ohne neue Erkenntnisse in Bezug auf eine mögliche Verwicklung des österreichischen Bundesligisten SW Bregenz in den deutschen Wettskandal zurückgekehrt. Die Staatsanwaltschaft Berlin hatte dann am Dienstag ein neues Schreiben geschickt, das bei der Akteneineinsicht am Montag nicht vorgelegt worden war und nun von der Bundesliga-Soko geprüft wurde.
(apa/red)

18.2.2005 15:12