Sonntag, 20. Februar 2005

Super-G-Thriller in Garmisch: Christoph Gruber gewinnt auf der Kandahar-Strecke

  • Eine Hundertstel vor Defago, Top-10 trennen 4 Zehntel
  • Samstag: Dreifachsieg in der zweiten Garmisch-Abfahrt!

Er ist der Mann, der die Hundertstelsekunden in Garmisch-Partenkirchen auf seiner Seite hat. Der Tiroler Christoph Gruber hat am Sonntag den Weltcup-Super-G auf der Kandahar mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf den Schweizer Didier Defago und vier auf den Kanadier Francois Bourque gewonnen. Es war sein insgesamt dritter Weltcuperfolg nach dem Super G auf selber Strecke vor vier Jahren - damals ebenfalls mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf Hermann Maier, und dem Riesentorlauf im Dezember 2000 in Bormio.

Für das rot-weiß-rote Herren-Speed-Team war der Ausflug nach Bayern damit ein totaler Erfolg, Michael Walchhofer hatte in den Abfahrten am Freitag und Samstag für das Double gesorgt. Der Salzburger war im Super G als Fünfter zweitbester Österreicher, mit Johann Grugger als Siebenten, Maier als Achten sowie Benjamin Raich als Zehnten landeten drei weitere in den Top Ten.

"Nach der verpatzten WM hatte ich vor den Garmisch-Abfahrten große Hoffnungen und war dann nach dem 16. und 17. Platz sehr enttäuscht. Heute hatte ich das Glück auf meiner Seite. Der Ski ist im Flachen super gegangen, ein Lob an meinen Servicemann. Andi Evers hat den Kurs super gesetzt. Ich musste dann bis zum letzten Läufer zittern. Der Ärger von der WM in Bormio ist jetzt verflogen, Bormio endgültig abgehakt", war der 28-jährige Gruber überglücklich. Er war mit der frühen Startnummer 17 ins Rennen gegangen ("Sie war sicher kein Nachteil"), die Topfavoriten mit den Nummer um 30 kamen an die Bestzeit dann nicht mehr heran.

Miller auf Platz vier
Der US-Amerikaner Bode Miller (Nummer 31) hatte als Vierter allerdings auch nur 21/100 Sekunden Rückstand, Walchhofer (30) als Fünfter 22. Und Topfavorit Maier, der die Führung im Super-G-Weltcup an Miller abgeben musste - der US-Boy führt mit 325 Punkten nun mit einem Zähler vor dem Flachauer - hatte als Achter auch nur 36/100 Sekunden Rückstand aufzuweisen. Die Top 25 lagen innerhalb von 1,09 Sekunden, die Top 30 innerhalb von 1,26.

Besonders herzlich fiel die Gratulation von Walchhofer an seinen WC-4-Kollegen Gruber aus. "Sein Sieg freut mich mehr, als wenn ich heute gewonnen hätte. Er ist im Training immer mit dabei, im Rennen läuft es dann nicht, das ist schon frustrierend", konnte er sich in den Teamkameraden gut reinfühlen. Seine persönliche Garmisch-Bilanz? "Zwei Siege, ein fünfter Platz als zweitbester Österreicher, ich habe gestern schon ein bisserl gefeiert, heute wird es noch mehr." Für 19:00 Uhr war am (heutigen) Sonntag in Altenmarkt ein WM-Empfang für den Gewinner von drei WM-Medaillen in Bormio geplant.

Raich verlor im Gesamtweltcup weiter Terrain auf Miller, der mit 1.253 Punkten nun bereits 191 Zähler Vorsprung auf den Pitztaler hat. "Es ist immer noch alles möglich, und ich glaube, die Entscheidung wird erst beim Finale in Lenzerheide fallen. Heute war ich von der Zeit nicht weit hinten, aber ich habe mir eine bessere Platzierung erwartet. Ich konnte nicht richtig Gas geben", analysierte der österreichische Doppel-Weltmeister 2005.

Ergebnis Super-G
1.Christoph GruberAUT1:18,18 Min.
2.Didier DefagoSUI+0,01 Sek.
3.Francois BourqueCAN+0,04
4.Bode MillerUSA+0,21
5.Michael WalchhoferAUT+0,22
6.Daron RahlvesUSA+0,26
7.Johann GruggerAUT+0,31
8.Hermann MaierAUT+0,36
9.Bruno KernenSUI+0,38
10.Benjamin RaichAUT+0,41
11.Erik GuayCAN+0,58
12.Hannes ReicheltAUT+0,61
13.Andreas SchiffererAUT+0,63
13.Marco BüchelLIE+0,63
15.Patrick StaudacherITA+0,67
16.Konrad HariSUI+0,68
17.Jürg GrünenfelderSUI+0,75
18.Florian EckertGER+0,79
19.Matthias LanzingerAUT+0,83
20.Peter FillITA+0,84
21.Mario ScheiberAUT+0,94
22.Ambrosi HoffmannSUI+1,01
23.Tobias GrünenfelderSUI+1,02
24.Aksel Lund SvindalNOR+1,04
25.Stephan GörglAUT+1,09
26.Felix NeureutherGER+1,15
26.Silvan ZurbriggenSUI+1,15
28.Max RaufferGER+1,16
29.Pierre-Emmanuel DalcinFRA+1,25
30.Finlay MickelGBR+1,26

Ausgeschieden u.a.: Fritz Strobl (AUT), Patrik Järbyn (SWE)

(apa/red)

20.2.2005 12:23