Donnerstag, 17. Februar 2005

Drei Tote bei Anschlag in Mogadischu:
Ziel war Delegation der Afrikanischen Union

  • Derzeit wird Schutztruppen-Einsatz für Nairobi geplant
  • Herrschende Clanchefs gegen ausländische Truppen

Bei einem Bombenanschlag auf einen Autokonvoi in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Donnerstag mindestens drei Menschen getötet und sieben weitere schwer verletzt worden. Nach Augenzeugenberichten handelte es sich um eine ferngezündete Bombe, die auf ein Motorrad montiert war, das vor dem ehemaligen Außenministerium parkte.

Möglicherweise sollte der Anschlag einer Delegation der Afrikanischen Union gelten, die sich derzeit in Mogadischu aufhält. Sie bereitet den Einsatz afrikanischer Schutztruppen vor, die den Umzug der Exilregierung von Nairobi nach Somalia ermöglichen soll.

Die in der Stadt faktisch herrschenden Clanchefs und Milizenführer haben schon mehrfach ihren Unwillen gegen ausländische Truppen bekundet, insbesondere aus dem Nachbarstaat Äthiopien, mit dem Somalia mehrfach Grenzkriege führte. Vor einer Woche wurde die BBC- Journalistin Kate Peyton auf offener Straße erschossen, nachdem sie mit einigen Delegierten der Exilregierung zusammengetroffen war.

In dem am Horn von Afrika gelegenen Land stürzten Clanchefs 1991 den Präsidenten Mohammed Siad Barre. Seitdem wurden bei Kämpfen etwa 500.000 Menschen getötet; eine funktionierende Regierung gibt es nicht mehr.
(apa/red)

17.2.2005 10:08