USA spioniert Gebiete im Iran aus: Mit
Drohnen Land seit einem Jahr beobachtet
- "Leuchtende Objekte am Himmel sind US-Geräte"
- Der Iran bestätigt die Spionageflüge über Atomanlagen
Die iranische Regierung hat erstmals Berichte über US-amerikanische Spionageflüge über iranischem Territorium zur Überwachung von Atomanlagen bestätigt. "Die Spionageaktivitäten der USA im iranischen Luftraum dauern seit langer Zeit an", erklärte Geheimdienstminister Ali Yunesi am Mittwoch in Teheran. Dabei würden unbemannte Flugkörper, so genannte Drohnen, eingesetzt. "Die meisten der leuchtenden Objekte, die Bewohner im Himmel über dem Iran sehen, sind amerikanische Spionagegeräte, die nukleare und militärische Einrichtungen ausspionieren", sagte der Minister
Am Sonntag hatte die US-Zeitung "Washington Post" unter Berufung auf amerikanische Regierungsbeamte berichtet, dass seit nahezu einem Jahr Drohnen über dem Iran eingesetzt werden, um Beweise für die Entwicklung von Atomwaffen zu sammeln. Im Dezember wurde die iranische Luftwaffe angewiesen, alle unbekannten oder verdächtigen Flugkörper im eigenen Luftraum abzuschießen.
Erneute Drohung
Yunesi hat den USA am Mittwoch neuerlich mit dem Abschuss von Spionagedrohnen gedroht. "Unsere Atom- und Militäranlagen sind rechtmäßig", unterstrich der Geheimdienstchef. Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Hassan Rouhani, bekräftigte unterdessen, dass sein Land an den Plänen zur Errichtung von sieben Atomkraftwerken festhalte. Der Iran habe lediglich das Aussetzen der Urananreicherung bis März oder spätestens Ende Juni dieses Jahres zugesagt, erklärte Rouhani während eines Besuchs in Algerien. Er verwies auf eine entsprechende Vereinbarung, die Ende vergangenen Jahres mit den Verhandlungspartnern Großbritannien, Frankreich und Deutschland getroffen worden sei.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed ElBaradei, sieht keine Beweise für die heimliche Entwicklung von Atomwaffen durch den Iran. Der "Washington Post" (Mittwoch-Ausgabe) sagte der IAEA-Chef, wenn er das Gesamtbild betrachte, könne er keine Hinweise für die Anreicherung von Uran im Iran feststellen. Er hoffe, dass dies so bleibe, bis eine Vereinbarung über einen dauerhaften und bindenden Verzicht auf die Anreicherung von Uran und die Entwicklung von Atomwaffen erzielt werde. Die USA werfen der iranischen Führung vor, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Deutschland, Frankreich und Großbritannien verhandeln mit Teheran im Namen der Europäischen Union über ein Abkommen, in dem das Land sein umstrittenes Atomprogramm aufgeben soll. Im Gegenzug sollen dem Iran unter anderem Handelserleichterungen gewährt werden. Die EU hofft, dadurch mögliche Militäraktionen der USA oder Israels gegen Teheran verhindern zu können.
(apa/red)
