Mittwoch, 16. Februar 2005

Schon wieder Grubenunglück in China:
Explosion in illegalem Kohlebergwerk

  • Fehlende Lagepläne erschweren die Rettung
  • PLUS: Alles über das schwerste Bergunglück seit 1960

Nur einen Tag nach dem verheerenden Grubenunglück in China mit 210 Toten hat es in einem Kohlebergwerk im Südwesten des Landes eine weitere tödliche Gasexplosion gegeben. Mindestens zwölf Bergleute kamen ums Leben, acht weitere wurden verschüttet. Zu den Chancen der Vermissten wollte sich der Vizedirektor der Behörde für Sicherheit im Bergbau in Kunming, Xu Jian'an, am Mittwoch in einem Telefongespräch in Peking nicht äußern. "Das ist schwer zu sagen."

Das Unglück passierte am Dienstag in einer Grube in Songlin im Kreis Fuyuan (Provinz Yunnan). "Da es eine illegale Grube ist, haben wir nicht einmal Lagepläne für die Rettungstrupps." 17 Kumpel wurden verletzt.

Die Zahl der Toten durch die schwere Gasexplosion am Tag zuvor in der Sunjiawan Grube nahe Fuxin (Provinz Liaoning) im Nordosten stieg bis Mittwoch auf 210, nachdem die Leichen von sechs Vermissten gefunden worden waren. Bergungstrupps suchten noch sechs Verschüttete, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Das Unglück in Fuxin ist nach Informationen des Arbeitsschutzamtes in Peking die schlimmste Tragödie in Chinas Bergbau seit 1960, als durch eine Gasexplosion in der Laobaidong Grube in Datong (Provinz Shanxi) 684 Menschen getötet wurden. Die Katastrophe am 9. Mai 1960 war lange geheim gehalten worden und im Westen bisher nicht bekannt.

(apa/red)

16.2.2005 10:29