Mittwoch, 16. Februar 2005

Starkes Erdbeben in Tokio: Fernsehsender
übertrugen live das Wanken der Häuser

  • Mindestens 27 Menschen verletzt, Stärke lag bei 5,4
  • Epizentrum lag nördlich von Tokio in Präfektur Ibaraki

Bei einem Erdbeben nahe der japanischen Hauptstadt Tokio sind am Mittwoch mindestens 27 Menschen leicht verletzt worden. Größere Sachschäden wurden nicht gemeldet. Das Beben der Stärke 5,4 auf der Richter-Skala ereignete sich Mittwoch früh. In Indonesien erschütterte mehrere Stunden später ein Erdbeben der Stärke 5,3 die durch die Flutkatastrophe heimgesuchte Provinz Aceh. Ein weiteres Erdbeben in der indonesischen Provinz Nord-Sulawesi erreichte sogar die Stärke 6,2 - ohne dasss zunächst Berichte über Opfer oder Sachschäden vorlagen. Auch in Indiens Nordosten bebte die Erde.

Laut dem japanischen Wetteramt war das Beben in der nordöstlich von Tokio gelegenen Region Ibaraki so stark, dass es im Zentrum der Hauptstadt Häuser zum Wanken brachte. Die Fernsehsender unterbrachen ihr Programm und zeigten Bilder von schwankenden Gebäuden. Der Zugverkehr in Tokio wurde vorübergehend gestoppt. Die Behörden sperrten kurzfristig eine Autobahn. Eine Tsunami-Warnung gab es nicht. Die Region Ibaraki liegt etwa 140 Kilomter nordöstlich von Tokio. Das Epizentrum lag in 40 Kilometern Tiefe im Süden von Ibaraki.

Am 23. Oktober vergangenen Jahres kamen beim schwersten Erdbeben in Japan seit zehn Jahren 40 Menschen ums Leben. Etwa 3.000 weitere Menschen wurden in der zentraljapanischen Provinz Niigata verletzt. Bei einem Beben am 17. Jänner 1995 starben in der westjapanischen Stadt Kobe 6.433 Menschen. Japan liegt im Spannungsfeld von vier tektonischen Platten.

Das Epizentrum des Bebens in Aceh lag etwa 75 Kilometer vor der Küste im Indischen Ozean, wie die Behörden in Banda Aceh mitteilten. Über Opfer oder Schäden war zunächst nichts bekannt. Ende Dezember hatte ein gewaltiges Seebeben vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra mit der Stärke 9,0 eine Flutwelle ausgelöst, der allein in Aceh mehr als 230.000 Menschen zum Opfer fielen. Seitdem haben Forscher in der Provinz mehr als 200 Nachbeben registriert, die jedoch meist unter der Marke von 5,0 auf der Richter-Skala blieben.

Das Erdbeben in Sulawesi erschütterte am Dienstagabend die Insel Talaud und die Provinzhauptstadt Manado. Das Epizentrum lag etwa 380 Kilometer nordöstlich der Insel in 22 Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden im Pazifischen Ozean. Eine Hongkonger Messstation registrierte eine Stärke von 6,4 auf der Richter-Skala.

Der Nordosten Indiens wurde bereits am Dienstag von zwei Erdbeben erschüttert, die Panik unter den Bewohnern auslösten. Das Epizentrum des ersten Bebens mit einer Stärke von 5,5 lag zwischen den Bundesstaaten Meghalaja und Assam. Das zweite Beben war schwächer.

(apa/red)

16.2.2005 13:47