Anschläge und Gefechte im Irak gehen weiter: Wieder schwere Kämpfe in Bagdad
- Ibrahim Jaafari für Regierungsspitze nominiert
- Nachtragshaushalt für den US-Militäreinsatz
Im Irak gehen die Anschläge und Gefechte unvermindert weiter. US-Soldaten und bewaffnete Rebellen haben sich am Dienstag in der Hauptstadt Bagdad ein heftiges Feuergefecht geliefert. Der Vizegouverneur der Unruheprovinz Diala, Annan al-Khadran, entging nur knapp einem Attentat. Zur Finanzierung der Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan hat US-Präsident George W. Bush unterdessen dem Kongress in Washington einen Nachtragshaushalt über 81,9 Milliarden Dollar vorgelegt. Nach der Parlamentswahl im Irak hat die siegreiche Vereinigte Irakische Allianz religiöser Schiiten Beratungen über ihren Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufgenommen.
Die Schießerei in Bagdad dauerte zehn bis 15 Minuten. Danach wurde eine der Hauptverkehrsstraßen im Stadtzentrum von US-Truppen gesperrt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Bei einem Bombenanschlag nördlich von Bagdad sind nach US-Angaben ein amerikanischer Soldat getötet und drei weitere verletzt worden. Die Männer hätten am Montag nahe Bakuba patrouilliert, als der von Rebellen gelegte Sprengsatz detoniert sei, erklärte die Armee am Dienstag. Der Vizegouverneur der Provinz Diala überlebte ein Attentat. Ein Selbstmordattentäter rammte seinen Autokonvoi in Khalis, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Bei der Explosion des mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugs kam der Attentäter ums Leben, der Vizegouverneur blieb unverletzt.
Ein Sprecher der Vereinigten Irakischen Allianz sagte in Bagdad, die Dawa-Partei, die älteste schiitische Partei des Landes, habe Übergangs-Vizepräsident Ibrahim al-Jaafari für den Posten des Regierungschefs vorgeschlagen, der pro-iranische "Oberste Rat für die Islamische Revolution im Irak" (SCIRI) trete für den bisherigen Finanzminister Adil Abdul Mahdi ein. Später sagte ein SCIRI-Vertreter, Mahdi habe sich aus dem Rennen um das Ministerpräsidentenamt zurückgezogen.
Sechs Beschwerden gegen Wahlkommission
Die Unabhängige Wahlkommission erklärte, sie habe mindestens sechs Beschwerden gegen das Wahlergebnis erhalten. Die Parteien haben bis Mittwoch Zeit, Beschwerde gegen das amtliche Ergebnis einzulegen. Nach einer Prüfung der Einsprüche werden das Wahlergebnis und die Sitzverteilung dann amtlich kundgemacht. Nach Angaben der Wahlkommission hat bisher eine Partei eine Wiederholung der Stimmenauszählung gefordert.
Die Kurdische Allianz, die bei der Wahl auf Platz zwei kam, hat bereits Jalal Talabani als ihren Wunschkandidaten für das Amt des Staatspräsidenten nominiert. Talabani ist sunnitischer Kurde und Vorsitzender der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), die zusammen mit der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) von Massud Barzani die Kurdische Allianz bildet. (apa)
