Dienstag, 15. Februar 2005

Schwerer Brecher traf "Grand Voyager":
Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer in Seenot

  • 700 Menschen zur Zeit an Bord des Unglückschiffes
  • Welle zerschlug Scheiben und beschädigte Stromnetz

Eine Riesenwelle hat das Kreuzfahrtschiff "Voyager" mit mehr als 700 Menschen an Bord vorübergehend manövrierunfähig gemacht. Einige Menschen wurden leicht verletzt, wie die französischen Behörden mitteilten, die die Rettungsarbeiten koordinierten. Das 182 Meter lange Schiff erlitt nahe der spanischen Mittelmeerinsel Menorca in stürmischer See einen Maschinenschaden. Es gelang der Besatzung aber, eine Maschine wieder anzuwerfen, wie eine Sprecherin der spanischen Seerettung mitteilte. Die "Voyager" steuere nun Sardinien an.

Wie der Marinepräfekt von Toulon, Admiral Jean-Marie Van Huffel, mitteilte, hatte die "Voyager" rund zwei Stunden mit sieben bis acht Meter hohen Wellen zu kämpfen. Nachdem die Riesenwelle, die zum Ausfall der Maschinen führte, das Schiff getroffen hatte, setzte die Besatzung einen Notruf ab, wie eine Sprecherin der spanischen Seerettung erklärte. Frankreich schickte danach zwei Flugzeuge zu dem Schiff, eines konnte Funkkontakt aufnehmen. Van Huffel sagte, die Rettungsarbeiten seien eingestellt worden.

Der französische Kapitänleutnant Eric Wacongne sagte, das Schiff sei in Schwierigkeiten, aber nicht in Seenot. Die spanische Nachrichtenagentur Efe zitierten Mitarbeiter der Reederei Iberojet mit der Einschätzung, die Situation sei unter Kontrolle. Es sei nicht nötig, das Schiff zu evakuieren.

Das Kreuzfahrtschiff ist auf einer sieben Tage langen Kreuzfahrt im Mittelmeer unterwegs. Es hatte Tunis am Sonntag verlassen. Die meisten Passagiere an Bord sind Spanier. Iberojet gab die Zahl der Reisenden mit 474 an, dazu kämen 317 Besatzungsmitglieder. (apa/red)

15.2.2005 10:53