Libanons Hauptstadt Beirut von Anschlag erschüttert: Auch Ex-Premier Hariri getötet!
- Attentat fordert insgesamt mindestens neun Todesopfer
- PLUS: Bilder der verheerenden Autobomben-Detonation
·BILDER: Der Terror-Anschlag in Beirut
Die verheerenden Folgen der Autobombe im Libanon
Der libanesische Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri ist am Montag bei einem verheerenden Bombenanschlag in Beirut ums Leben gekommen. Neun weitere Menschen wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur ANI bei der Explosion getötet, die Zahl der Verletzten liege bei rund hundert, hieß es in dem Agenturbericht. Unter den Toten sollen auch mehrere Leibwächter Hariris und zwei frühere Minister sein. Hariri war 1992-98 und 2000-04 Regierungschef. Er war im vergangenen Oktober nach einem Machtkampf mit Staatspräsident Emile Lahoud zurückgetreten. Eine unbekannte Gruppe von Moslem-Extremisten hat sich einem Fernsehsender zufolge zum dem Attentat auf den ehemaligen Ministerpräsidenten bekannt.
"Für unsere Mudschahedin-Brüder in Saudiarabien haben wir die Umsetzung der Exekution derer beschlossen, die dieses Regime unterstützen", sagte ein bärtiger Mann auf einem Videoband, das der Sender Al Jazeera am Montag ausstrahlte. Der Mann saß vor einer schwarzen Flagge mit der Aufschrift "Gruppe für den Sieg und den Heiligen Krieg in der Levante".
Der syrische Präsident Bashar Assad hat den blutigen Anschlag in einer ersten Reaktion scharf verurteilt. Assad sprach nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur SANA von einem "furchtbaren Verbrechen". Syrien stehe in dieser "gefährlichen Situation brüderlich" dem Libanon zur Seite. Er rief die Libanesen auf, zusammenzustehen und sich allen entgegen zu stellen, "die Unruhe stiften und das Volk entzweien wollten".
Syrien hat auf der Grundlage eines Beistandspakts aus dem Jahr 1992 nach mehreren Teilabzügen noch 14.000 Soldaten im Libanon stationiert. Syrien hatte mit einem Mandat der Arabischen Liga in den libanesischen Bürgerkrieg (1975-89) eingegriffen. In der Resolution 1559 hatte der UNO-Sicherheitsrat im September vorigen Jahres auf Initiative Frankreichs (der ehemaligen Mandatsmacht) und der USA den vollständigen Abzug der ausländischen (syrischen) Truppen aus dem Libanon gefordert. Hariri hatte sich zuletzt dieser Forderung angeschlossen.
Die Detonation ereignete sich gegen Mittag in einem Geschäfts- und Touristenviertel an der Beiruter Uferpromenade "Corniche", an der sich auch mehrere große Hotels befinden. Sicherheitsexperten sagten, die heftige Explosion sei vermutlich durch ein mit Sprengstoff gefülltes Auto ausgelöst worden. Die Bombe riss einen riesigen Krater in der Asphalt. Mehrere Gebäude wurden verwüstet, darunter eine Filiale der britischen HSBC-Bank. Zahlreiche Autos gingen in Flammen auf. Fernsehsender zeigten Bilder von brennenden Autos und zahlreichen Gebäuden mit beschädigten Fassaden. Schwarzer Rauch stieg über der Innenstadt auf.
Die Detonation war so gewaltig, dass sie selbst noch auf den Hügeln im Osten der Stadt zu hören war. Am Ort des Anschlags brachten Passanten und Sanitäter die Verletzten auf provisorischen Tragen zu Privatwagen und mit diesen in Krankenhäuser. Viele Menschen erlitten schwerste Brandwunden. Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte riegelten das Areal ab. Staatspräsident Lahoud berief umgehend den Nationalen Sicherheitsrat ein. (apa/red)
