Abbas nährt Hoffnung auf Frieden: "Krieg der Palästinenser mit Israel ist beendet!"
- Israelische Armee will sich aus Jericho zurückziehen
- Palästinenser von Soldat in Hebron erschossen
·Massenfreilassung von Israel bestätigt
500 Palästinenser dürfen Gefängnisse verlassen
·Hamas & Jihad zu Waffenruhe bereit
Auch formeller Waffenstill- stand soll "geprüft" werden
·Abbas ernennt neuen Polizeichef
Palästinenserpräsident plant Kabinettsumbildung
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat den Krieg seines Volkes mit Israel als "faktisch beendet" bezeichnet und sich zuversichtlich über den weiteren Verlauf des Friedensprozesses geäußert. "Heute sagen unsere Kameraden bei der Hamas und dem Jihad, dass sie sich der Waffenruhe und der Entspannung der gesamten Situation verpflichtet fühlen, und ich glaube, wir werden eine neue Ära beginnen", sagte Abbas in einem Interview der "New York Times".
Auch der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon spreche mittlerweile eine "andere Sprache mit den Palästinensern", sagte Abbas weiter. Israel will sich schon in den kommenden Tagen aus Jericho zurückziehen und die Stadt im Westjordanland der Verantwortung der palästinensischen Sicherheitskräfte übergeben. Kabinettsminister Saeb Erekat sagte am Montag, er erwarte, dass Israel die Straßensperren um Jericho am Dienstag oder Mittwoch entfernen werde.
Weitere Städte im Westjordanland sollen schrittweise folgen. Die Übergabe ist Teil der jüngsten Vereinbarungen zwischen Israel und der neuen palästinensischen Regierung unter Präsident Abbas.
Übergabe von 15 toten Palästinensern
Israel hat den Palästinensern am Montag die Überreste von 15 durch die israelische Armee getöteten Aktivisten übergeben. Die Übergabe fand am Grenzübergang Erez zwischen Israel und dem Gazastreifen statt. Die Aktivisten waren im vergangenen Jahr getötet worden, als sie jüdische Siedlungen im Gazastreifen angreifen oder andere Angriffe gegen Israelis verüben wollten. Nach palästinensischen Angaben wurden sie zwischen dem 23. September und dem 6. Oktober getötet. Unter ihnen seien sieben Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Organisation und acht Mitglieder anderer bewaffneter Gruppen.
Nach einem Angriff auf einen israelischen Soldaten wurde in Hebron im Westjordanland ein Palästinenser erschossen. Aus Militärkreisen verlautete, der Mann sei mit einem Messer auf den Soldaten los gestürmt, daraufhin habe dieser das Feuer eröffnet und den Angreifer getötet. Der Soldat blieb unverletzt.
Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon kündigte an, dem Kabinett am Sonntag die erste Phase des geplanten Rückzugs aus 21 Siedlungen im Gazastreifen und vier weiteren im Westjordanland zur Bestätigung vorzulegen. Insgesamt soll die Aufgabe der Siedlungen in vier Stufen erfolgen. Der Rückzug soll von Juli bis Oktober durchgeführt werden. (apa)
