FPÖ erstattet in Abhör-Affäre-Anzeige: LH Erwin Pröll hält Vorwürfe für "verrückt"
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Hart ins Gericht mit dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) und dessen Abhör-Vorwürfen geht der niederösterreichische Landes-Chef Erwin Pröll (V). "Das, was hier passiert, das ist verrückt, mit Betonung auf das ist verrückt. Sie wissen schon", so Pröll. Klar ist für Pröll, dass Innenministerin Liese Prokop (V) keinen Grund habe, sich - wie von Haider gefordert - zu entschuldigen. Bundeskanzler ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel verhalte sich in der ganzen Causa "sehr vernünftig".
"Am besten ist es, diese Ausritte nicht einmal zu ignorieren - das bringt ja offensichtlich den Landeshauptmann Haider so zur Weißglut", kommentiert Pröll. Und weiter: "Die Republik ist mittlerweile immun gegenüber derartigen Verrücktheiten. Man hört zwar diesen Lärm, aber man vergisst ihn rasch wieder. Ich würde den Kärntner Landeshauptmann auffordern, seine Bürgerrechte wahrzunehmen und endlich eine Klage einzubringen."
Wenn Haider bei dieser Klage nicht recht bekomme, werde er hoffentlich wissen, was zu tun sei: "Als Spitzenverantwortlicher in der Republik ist man nicht gefragt als Egomane, sondern als Verantwortlicher gegenüber dem Staatsganzen."
An einen Ton, wie er in dieser Auseinandersetzung geführt werde, könne er sich nicht erinnern, so der Landeshauptmann weiter. Jedoch: "Gott sei Dank bleibt das nicht ungestraft. Die Wähler haben mittlerweile diese Exponenten dieser politischen Partei ohnehin dorthin gestellt, wo sie hingehören."
Wenn nun FPÖ-Chefin Ursula Haubner sage, sie glaube ihrem Bruder Haider, glaubt ihr das wiederum Pröll nicht so recht: "In der Regierung sitzen einige sehr vernünftige Vertreter der FPÖ - wie Haubner oder Vizekanzler Hubert Gorbach. Ich verstehe aber nicht ganz, dass man da nichts zu Haider sagt, sondern den Drang verspürt, das zu goutieren. Ich hab' Verständnis für innerfamiliäre Bande, aber in einer derartigen Kategorie hat das Persönliche zurückzustehen."
Dass die FPÖ es auf Neuwahlen ankommen lässt, glaubt Pröll aber nicht: "Die FPÖ kann sich gar nicht leisten, dass sie diese Regierung in die Luft sprengt. Sonst kann's passieren, dass die Freiheitlichen österreichweit so minimalisiert werden, wie das bei Umfragen in Niederösterreich der Fall ist. Da liegen sie bei zwei bis drei Prozent, also praktisch nicht mehr registrierbar." Die Regierung habe bis zum letzten Tag zu arbeiten, forderte der Landeshauptmann. (apa/red)
