SP-Kritik an Gehrers Pädak-Reformplänen: Partei sieht Trennung Kirche - Staat verletzt
- In Linz & Graz bald nur noch kirchliche Einrichtungen?
- Bildungsministerium für "sinnvolle Zusammenführung"
Die Pläne von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (V), 40 der 50 Pädagogischen Akademien und Instituten in Österreich zu schließen oder zusammenzulegen, stoßen bei Opposition und betroffenen Direktoren auf Widerstand. SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser sagte dem Ö1-Morgenjournal, die Reformpläne könnten dazu führen, dass es in einigen Bundesländern - konkret sei von Linz und Graz die Rede - nur noch kirchliche pädagogische Hochschulen gibt. Das wäre "vom Prinzip der Trennung von Kirche und Staat nicht verantwortbar", kritisierte er.
Diese Bedenken teilt der Leiter der Pädagogischen Akademie des Bundes in Linz, Josef Fadner. "Wir sehen nicht ein, dass es in Oberösterreich keine öffentliche pädagogische Hochschule geben sollte, weil wir von unserer Größe her, unserer Vorbereitung und unserem internationalen Standort eigentlich eine Vorzeigeeinrichtung für pädagogische Hochschulen sind", sagte er dem Ö1-Morgenjournal.
Bildungsministerium will "sinnvolle Zusammenführung"
Aus dem Bildungsministerium heißt es, dass man an einer sinnvollen Zusammenführung der kirchlichen und öffentlichen Pädaks arbeite. Der Ausgang der Gespräche sei offen. Die Leiterin des Schulamts der Erzdiözese Wien, Christine Mann, hat aber bereits ausgeschlossen, dass die kirchlichen Pädaks in den öffentlichen Pädagogischen Hochschulen aufgehen werden. Damit würde dem österreichischen Bildungssystem nämlich kein guter Dienst erwiesen, "denn unsere Akademien zeichnen sich ja nicht gerade durch schlechte Qualität aus".
Niederwieser betont, dass die Kirche nach dem Konkordat keinen Anspruch auf eigene pädagogische Hochschulen hat. Mann betonte, dass es in dieser Frage keine Absprachen mit der ÖVP gebe. Bis zum Sommer soll das Organisationsgesetz für die neuen pädagogischen Hochschulen stehen.
(apa)
