Streit um EM-Stadion Klagenfurt: Harte Kritik von Gattermann an LH Haider
- Vergabekommissonschef: 'Massive Beeinträchtigungen'
- Haider hatte Gattermann 'Rechtsbruch' vorgeworfen
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Zwischen dem Vorsitzenden der Vergabekommission für den Bau des Fußball-EM-Stadions in Klagenfurt und dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) ist es jetzt zu einem offenen Schlagabtausch gekommen. Nachdem Haider am Dienstag Gattermann "Rechtsbruch" vorgeworfen hatte, sprach dieser am Mittwoch von "massiven Beeinträchtigungen" von Seiten des Landeshauptmannes und der Kärntner Mitglieder der Vergabekommission. Mittlerweile glaube er nicht mehr, "dass alle an einem Strang ziehen", so Gattermann.
Es gebe von einer Seite - nämlich durch Haider und die Landesvertreter - massive Kritik und Beeinträchtigungen, die "das Leben und die Arbeit" in der Kommission "extrem schwer machen" würden, sagte Gattermann im Radio-Mittagsjournal. Er verwahrte sich auch gegen den Vorwurf Haiders, "Rechtsbruch" im Vergabeverfahren begangen zu haben. Das Verfahren sei eines der best geprüften, betonte Gattermann und wies darauf hin, dass von zwei Experten die Rechtmäßigkeit festgestellt worden sei.
Die Vergabe werde jedenfalls keine politische Entscheidung sein, sondern nach sachlichen Gründen erfolgen. Momentan hätten noch alle sechs Bieter die selben Chancen, so Gattermann, Direktor des Österreichischen Instituts für Schul- und Sportstättenbau (ÖISS) .
Haider bezeichnet es hingegen als einen "Fehler", das Procedere um die Vergabe für den Bau des EM-Stadions in Wien ablaufen zu lassen. Die Fehler, welche die dortigen "Figuren" zu verantworten hätten, wären in Kärnten nicht passiert. Den Vorwurf an Gattermann wegen angeblich begangenen Rechtsbruchs begründet Haider mit dem Umstand, dass sich der Kommissionschef "die Preise angeschaut hat", bevor das Vergabeverfahren begonnen habe.
Die vom Land Kärnten gestellten Mitglieder der Vergabekommission hatten am Dienstag den Rücktritt Gattermanns verlangt, da dieser "jede Vertrauensgrundlage verloren" hätte und kein sauberes und ordentliches Verfahren mehr garantieren könne. Franz Widrich, Peter Müller und Alfred Lenger behaupteten, dass Gattermann die Verschwiegenheitspflicht verletzt hätte, indem er sich am Montag mit dem Grün-Abgeordneten Peter Pilz getroffen habe. Auch sei gegen den Kommissionsvorsitzenden eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Vorlage eines gefälschten Aktenvermerkes eingebracht worden.
(apa/Red)
