Montag, 14. Februar 2005

"Line" Heroin und Tabletten genommen: Drogentote in Niederösterreich gefunden

  • 26-Jährige und ihr Bekannter im Methadonprogramm

Die Leiche einer suchtgiftabhängigen 26-Jährigen ist am Sonntag in der Wohnung eines Bekannten in Trumau (Bezirk Baden) gefunden worden. Laut NÖ Sicherheitsdirektion hatte der 20-Jährige - nach dem gemeinsamen Konsum von Heroin und Tabletten - in den frühen Morgenstunden bemerkt, dass sich die Frau übergeben hatte. Er verständigte die Rettung. Reanimationsversuche blieben jedoch erfolglos.

Als vermutliche Todesursache diagnostizierte der Gemeindearzt Speisebreiaspiration nach Suchtmittelmissbrauch. Die Erhebungen der Kriminalabteilung Niederösterreich ergaben, dass sich die aus Guntramsdorf stammende Drogenabhängige im Anton Proksch Institut in Baden in Behandlung befand.

Nach zwei Amtshandlungen nach dem Suchtmittelgesetz kam es heuer bereits mehrmals zu Gendarmerieinterventionen: Am 11. Jänner wurde die Frau nach einer Drogenparty mit Verdacht auf Überdosis in das Thermenklinikum Baden eingeliefert und verbrachte anschließend zwölf Tage in der Landesheilanstalt Maria Gugging. Am 03. Februar wurde sie am Landesgericht Wien rechtskräftig zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, musste die Strafe jedoch bisher nicht antreten, da Bemühungen betreffend "Therapie statt Strafe" im Gang waren.

Die 26-Jährige und ihr Bekannter, selbst suchtmittelabhängig und im Methadonprogramm, snifften je eine "Line" Heroin. Überdies nahm die Frau sieben Somnubene-Tabletten ein, der 20-Jährige ein Stück. Dann gingen beide schlafen. Als der 20-Jährige Stunden später erwachte und den Zustand seiner Bekannten erkannte, holte er seine Eltern zu Hilfe. Seitens des Gerichtes wurde die Beschlagnahme und Obduktion der Leiche angeordnet. Die 26-Jährige ist bereits das fünfte Drogenopfer in Niederösterreich seit Jahresbeginn.

14.2.2005 12:04