Österreicher rasen gern trotz Tempolimit: Im Ortsgebiet fährt jeder Zweite zu schnell!
- Je niedriger, desto schneller: 70% ignorieren Tempo 30
- Bei Nacht steigt Höhe der Überschreitungen

·Front gegen 160 wird immer breiter!
Kritik auch aus Regierung. Droht Autobahnbesetzung?
·Verkehrsexperten gegen Tempo 160!
Mit Vollgas zu hohem Blut-
zoll und CO2-Emissionen
·Raserei in Italien wird ein teurer Spaß
Schon 10 km/h zu schnell kosten mindestens 143
Jeder Zweite fährt im Ortsgebiet schneller als die Polizei erlaubt. So lautet das Ergebnis einer groß angelegten, repräsentativen Erhebung des Unternehmens VeloMeter, die in 37 Gemeinden und Städten Niederösterreichs durchgeführt und am Freitag in Wien präsentiert wurde. Insgesamt wurde die Geschwindigkeit von über 246.000 Fahrzeugen erfasst.
Je niedriger das zulässige Tempolimit war, desto häufiger wurde es von Fahrzeuglenkern missachtet: Fast 70 Prozent ignorierten Tempo 30 und mehr als 40 Prozent haben sich nicht an 50 km/h Limits gehalten. Bei erlaubten 70 km/h fuhr noch jeder Fünfte zu schnell. Zehn Prozent aller Lenker waren so schnell unterwegs, dass sie auch den Toleranzwert (das Limit plus zehn km/h) überschritten haben, betonte VeloMeter Geschäftsführer Schwarzmair.
Ein besonderes Gefährdungspotenzial für Fußgänger stellen Durchzugsstraßen sowie "Schleich"-Wege dar, denn dort wird im Vergleich zu anderen Straßentypen nicht nur öfter die Geschwindigkeit übertreten, sondern auch mit einem deutlich höheren Tempo gefahren, so die Studie.
Auf Grund der geringeren Verkehrsdichte steigt bei Nacht die Höhe der Überschreitungen. Halten sich tagsüber durchschnittlich rund 47 Prozent nicht an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit, so sind es bei Nacht rund 55 Prozent. Moped- und Motorradfahrer würden dazu tendieren, Geschwindigkeitslimits besonders stark - also deutlich über der Toleranzgrenze - zu überschreiten.
Wie aus der Studie hervorgeht, würden regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen und vermehrte Hinweistafeln die Anzahl der Schnellfahrer reduzieren. Zur derzeitigen Diskussion rund um den Tempo-160 Vorstoß von Verkehrsminister Gorbach meinte Schwarzmaier, dass es wohl sinnvoll sei, zunächst genaue Studien über das Fahrverhalten und die Geschwindigkeitsüberschreitungen auf Autobahnen durchzuführen, "bevor man derartige Vorstellungen entwickelt".
(apa)
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