Dienstag, 22. Februar 2005

Wegen fehlerhafter Einspritzpumpen: DaimlerChrysler fordert von Bosch 75 Mio.

  • Autohersteller hatte einen Schaden von 100 Mio. Euro

DaimlerChrysler will vom größten europäischen Automobilzulieferer Bosch wegen fehlerhafter Diesel-Einspritzpumpen einem Magazinbericht zufolge rund 75 Mio. Euro Schadenersatz verlangen.

Das Anlegermagazin "Focus Money" berichtete am Dienstag vorab, der von fehlerhaften Dieselpumpen besonders betroffene Autohersteller habe durch Produktionsstopps einen Schaden von 100 Mio. Euro erlitten. Von dieser Summe wolle der Konzern drei Viertel von Bosch zurückhaben, zitierte das Magazin einen nicht genannten Konzern-Manager.

Da auch Audi, BMW und General Motors Ansprüche wegen der Lieferung fehlerhafter Dieselpumpen und Bremskraftverstärker anmelden könnte, könnten auf Bosch Schadenersatzforderungen von bis zu 200 Mio. Euro zukommen, berichtete das Magazin weiter. Ein Bosch-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern, DaimlerChrysler war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ende Jänner war bekannt geworden, dass Bosch fehlerhafte Diesel-Einspritzpumpen an Audi, BMW und Mercedes geliefert hatte. Betroffen waren mehr als 50.000 Autos. DaimlerChrysler und BMW stellten deswegen vorübergehend die Produktion ein.

Zudem hat Bosch Probleme mit in die USA gelieferten Bremskraftverstärkern. Aus Sicherheitsgründen werden dort rund 155.000 Fahrzeuge von GM aus den Baujahren 2004 und 2005 untersucht. (apa)

22.2.2005 09:56