Mittwoch, 9. Februar 2005

Zwei Engel für Bode - ein intimer Report aus Bormio

  • Die Rivalin: Millers privater Parallelslalom zwischen Exfreundin Lizzie ...
  • Die offizielle. ... und der nun aktuellen Flamme Claudia aus Kitzbühel.

Für lokalpatriotisch veranlagte Österreicher mag das trostreich sein: dass auch Bode Miller, 27, kilometerweit am Ziel vorbeisteuern kann. Freilich nur am selbst gesteckten, und auch da ausschließlich in hoch persönlichen Angelegenheiten.

„Lebe frei oder stirb“ lautet das oft und gern postulierte Lebensmotto des Ausnahmeathleten. Von Sterben war in diesen Tagen freilich keine Rede: Miller bringt aus Bormio zwei Goldmedaillen (und wer weiß, was noch) heim. Mit der Freiheit, so wurde bei dieser Gelegenheit klar, ist es indes nicht so weit her: Miller ist erotisch umzingelt, und zwar von einer schönen Österreicherin (brünett) und einer ebenso adretten Amerikanerin (blond). Unser Mitleid hält sich in Grenzen. Unser Neid hingegen kaum.

Höhere Tochter und Hippie. Superbowl-Party im America House: Bode, der gefeierte Abfahrtsweltmeister, und eine gewisse Claudia kauern Schulter an Schulter, Schenkel an Schenkel auf dem Holzboden und fixieren den Großbildfernsehschirm, wo gerade die beiden größten amerikanischen Football-Teams aufeinander einprügeln. In den Werbepausen erstellen die beiden das Kontrastprogramm selbst, und das hat mit nichts verheimlichenden Blicken zu tun.
Ein Traumteam wie ein Paar perfekt eingefahrener Rennski, trotz oder womöglich wegen aller Gegensätze. Sie: Claudia Toth, 23, Tochter des Vorstandsdirektors des Österreichischen Verkehrsbüros. Aufgewachsen in einer Prachtvilla auf dem Kitzbüheler Lebenberg mit Nachbarn wie Werner Baldessarini. Zurzeit Studentin der Internationalen Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck. Ein veritabler Champion ist das schöne Teilzeitmodel auch: Claudia Toth ist Europameisterin im Curling (das ist die kuriose, dem Eisstockschießen ähnliche Sportart, bei deren Ausübung einem Stein mit einem Besen der Weg auf dem Eis gebahnt wird).

Er: Bode Miller, Doppelweltmeister von Bormio, der für die USA Sieg um Sieg heimfährt, zumindest halbjährig aber in Patsch am Fuß des Patscherkofels in Tirol logiert. Sein kolportiertes Jahreseinkommen beträgt 1,5 Millionen Dollar. Allüren sind ihm indes genetisch fremd: Miller wuchs als Sohn zweier Hippies im Nest Franconia in den White Mountains über New Hampshire auf. Die Familie übte sich in radikaler Konsumverweigerung und verzichtete in der Holzhütte tapfer auf Fließwasser, Strom und Heizung. Klein Bode, die „Bergratte“, kannte keine Schule von innen – er wurde von den Altvorderen unterrichtet.

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9.2.2005 16:06