Mittwoch, 9. Februar 2005

Steyr-Waffendeal im US-Visier

  • Steyr Mannlicher liefert 2.000 Scharfschützengewehre in den Iran
  • USA toben

Austro-Waffen für den Iran: Steyr-Boss verteidigt im NEWS-Exklusivinterview Waffendeal: „USA können nicht vorschreiben, wohin wir liefern.“

Im Innenministerium liegt derzeit ein Aktenstück mit internationaler Brisanz.
Die österreichische Waffenschmiede Steyr Mannlicher will rund 2.000 Scharfschützengewehre, Kaliber .50, exportieren. Die Neuentwicklung ist eines der präzisesten und meistbegehrten Produkte im Marktsegment für großkalibrige „Longrange-Sniper-Rifles“. Der 12,4 Kilo schwere Einzellader verfügt über eine Reichweite von 1.500 Metern, lässt sich mit fast jeder Art von Optik bestücken und wurde erst im Februar 2004 auf der Fachmesse „Shot Show“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Brancheninsider beziffern den Preis des High-Tech-Gewehres mit knapp 5.000 Dollar pro Stück.

Zielland: Iran. An sich – vom Umsatz her gesehen – ist der Steyr-Deal kein Geschäft, bei dem man davon ausgehen müsste, dass es internationale Kalamitäten auslöst. Wäre das Zielland der Wunderwaffe nicht ausgerechnet der Iran, der die Waffe „zur Grenzsicherung“ einsetzen will. Die Mullah-Diktatur wird von US-Präsident George Bush bei jeder Gelegenheit der „Achse des Bösen“ zugerechnet und steht wegen ihrer umstrittenen Pläne zum Bau von Atombomben ständig im Zentrum internationaler Kritik.

Regierung hat Exporte bereits genehmigt. Schon im November des Vorjahres hat das Innenministerium – nach Abstimmung mit dem Verteidigungsressort und dem Außenamt – den Export von 800 Stück des Großkalibers genehmigt. Die Genehmigung für weitere 1.200 Waffen ist noch in Bearbeitung. Da der Iran kein kriegsführendes Land sei, wurde dem österreichischen Kriegsmaterialgesetz damit Genüge getan. Rein formalrechtlich seit somit alles in bester Ordnung, heißt es aus dem Innenministerium.

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PLUS: Steyr-Mannlicher-Boss Fürlinger über Druck der USA

9.2.2005 15:34