Kampf um Neuwahlen: Bundeskanzler Schüssel will die FPÖ in Neuwahlen treiben
- Schüssels Neuwahl-Coup: Wählen wir im Herbst?
- Haiders Gegen-Spiel: Wahlen gar schon im Juni?
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel will die FPÖ in Neuwahlen treiben. Und schickt dafür ab März alle seine Minister quer durch Österreich.
Jörg Haider will nun die FPÖ gegen den Kanzler mobilisieren und seinerseits Wolfgang Schüssel in vorzeitige Neuwahlen treiben.
Dabei hatte er sich alles schon so schön ausgemalt: Ganz staatsmännisch wollte sich Jörg Haider wenigstens als 55-Jähriger geben. Nur dann und wann gezielt eine kleine, aber feine Spitze aus dem Süden nach Wien feuern, sonst aber ganz cool die ganze Wahrheit über Wolfgang Schüssel und die Neuwahl 2002 zum Besten geben, um endlich, so zumindest sein großer Traum, in den Augen der Österreicher wieder rehabilitiert zu werden und rechtzeitig vor der nächsten Nationalratswahl mit einer Liste Haider neu durchstarten zu können.
Und dann das: Ausgerechnet jener Wolfgang Schüssel, mit dem der Ex-FP-Chef doch noch die eine oder andere politische Rechnung offen hat, verdirbt Haider wieder einmal seinen schönen Plan. Anstatt selbst zu jagen, ist der Bärentaler der Gejagte.
So musste der Kärntner Landeshauptmann derzeit auch von ernsten Kalamitäten rund um seine geliebte Seebühne und das Klagenfurter Stadion in seiner politischen Heimat geplagt eben wieder das Outfit des elder statesman gegen den Kampfanzug des Oppositionsführers eintauschen und bei seiner Aschermittwochrede in Althofen jede Menge Feuer gegen den kalten Kanzler, den Schwarzfunk ORF, die böse Opposition in Kärnten und natürlich auch gegen die ominösen und dunklen Kräfte der Wiener Kreise speien.
Das Haupt-Zielobjekt der Haider-Attacken ist freilich zutiefst erfreut: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel will seinen Neuwahlplan schließlich zur bitteren Realität für Haider und seine blauen Schäfchen machen: Neuwahlen schon im Herbst 2005 sollen die Haider-FPÖ endgültig ins politische Jenseits befördern. Die emotionalen Ausbrüche des einstigen blauen Übervaters passen dem schwarzen Obertaktierer da naturgemäß bestens ins Konzept.
Der Kanzler hat für seine Operation Neuwahl bereits sämtliche Fallstricke ausgelegt. Er, der 2000 die umstrittene Koalition mit dem blauen Gottseibeiuns eingegangen war, will den dafür ohnehin prädestinierten Haider zur politischen Weißglut treiben: Den blauen Drachen so lange Feuer speien lassen, bis er, der gelassene Leader, einfach nicht mehr anders kann, als Neuwahlen auszurufen, erklärt ein ÖVP-Stratege das machiavellistische Spiel seines Obmanns.
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