Mittwoch, 9. Februar 2005

NEWS: Jelinek outet sich als Moshammer-Bewunderin: "Einziges Münchner Original"

  • "Münchner Gesellschaft wäre nichts gewesen ohne ihn"
  • "Dafür sind mir die Münchner sympathischer geworden"

Elfriede Jelinek, die einen Teil des Jahres am Zweitwohnsitz München zubringt, deklariert sich in der aktuellen NEWS-Ausgabe als Bewunderin des ermordeten Modeschöpfers Rudolph Moshammer. Die Literaturnobelpreisträgerin in NEWS.

"München ist mein Refugium. In München fühle ich mich für nichts, was passiert, verantwortlich. Das ist sehr entspannend. Allerdings trauere ich dem Moshammer nach, dem einzigen Münchner Original, das es gegeben hat. Die Stadt wird nicht mehr dieselbe sein. Ich bin ja fast jeden Tag an seinem Geschäft vorbeigegangen. Ich habe ein Faible für solche gebrochenen Existenzen, für diese Mischung aus glänzender Oberfläche und Bodenlosigkeit. Diese sogenannte Münchner Gesellschaft wäre nichts gewesen ohne ihn. Und dann lassen sie ihn beim Begräbnis, nur weil ihn ein Stricher ermordet hat, allein. Dann traut sich keiner von diesen Spießern hin. Aber diese Leute wissen noch nicht, daß sie nur Lametta auf einem längst verdorrten Christbaum sind ohne eine solche große abgründige Figur wie Moshammer. Das werden die aber schon noch merken. Das Münchner Volk hat das erkannt und, zur Überraschung des Oberbürgermeisters, der damit nicht gerechnet und sie nicht gesperrt hatte, die Maximilianstraße während des Leichenzugs faktisch lahmgelegt. Also für mich wird diese Stadt jetzt viel trostloser sein. Dafür sind mir die Münchner sympathischer geworden, die ganz normalen Leute. Die haben wirklich Würde gezeigt und Anstand. Da war ich beeindruckt und gerührt."

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

9.2.2005 12:35