Österreicher haben Zahlungsprobleme: Schuldnerberater mahnen die Banken
- Über 200.000 Österreicher mit Rechnungen im Rückstand - Bessere finanzielle Allgemeinbildung gefordert
Nahezu jedem vierten Österreicher fehlt das Geld für unerwartete Ausgaben oder Urlaube. "Der Schritt in die Verschuldung liegt in solchen Situationen nahe - und wird den betroffenen auch leicht gemacht", so Hans Grohs von der Schuldnerberater- Dachorganisation ASB am Freitag. Laut jüngstem Sozialbericht sind in Österreich 223.000 Personen mit ihren Zahlungen im Rückstand.
Grohs fordert daher die Banken auf, "nicht leichtfertig Kredite an jene zu vergeben, deren Zahlungsunfähigkeit bereits abzusehen ist". Gleichzeitig warnt er besonders vor einem leichtfertigen Überziehen des Kontos, "der teuersten Form des Kredits". Als langfristige Prävention vor der Schuldenfalle empfiehlt Grohs eine "bessere finanzielle Allgemeinbildung" der Bürger.
Die ASB Schuldnerberatungen ist die Dachorganisation elf österreichischer Beratungsstellen. 2004 nahmen insgesamt 21.600 Personen Beratungsgespräche in Anspruch und 3.000 Schuldner wurden bei der Einleitung eines Privatkonkurses unterstützt. Grohs schätzt den tatsächlichen Beratungsbedarf jedoch weit höher ein. (apa)
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