Premiere-Börsegang steht kurz bevor: Bereits am 9. März erfolt die Erstnotiz
- Veröffentlichung der Preisspanne für 22. Februar geplant
- Plus: FORMAT über privates Abcashen des Senderchefs
·Premiere: Kofler casht auch privat ab
Sender-Chef Gewinner von
geplantem Börsengang
·Premiere Austria verkaufte mehr Abos
Der Pay-TV-Sender hat schon 228.000 Kunden
Der Bezahlsender Premiere will am 9. März an die Börse gehen. Die Preisspanne solle am 22. Februar bekannt gegeben werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Anleger könnten die Aktien voraussichtlich vom 23. Februar bis zum 8. März zeichnen. Der Bezahlsender, der bereits mit Fernsehwerbung Privatanleger zum Börsengang lockt, verspricht sich durch die Ausgabe neuer Aktien mehrere hundert Mio. Euro, mit denen das Unternehmen Schulden zurückzahlen will.
Die rund 3,25 Millionen Abonnenten sollen beim Gang auf das Parkett bevorzugt werden. Der Börsengang von Premiere wird voraussichtlich der größte seit dem der Postbank im Sommer 2004.
"Die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Börsengang von Premiere sind gut", erklärte Firmenchef Georg Kofler. Die Ergebnisse des vergangenen Jahres seien "von zahlreichen Vertretern des Kapitalmarktes positiv aufgenommen worden". Dank eines kräftigen Zuwachses bei den Kundenzahlen und deutlich mehr Umsatz hatte Premiere 2004 erstmals in der Firmengeschichte beim operativen Ergebnis ein Jahr mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Unter dem Strich blieb allerdings unter anderem wegen Abschreibungen und Zinszahlungen ein Minus von 80,6 Mio. Euro.
Im vergangenen Jahr hatten nach vielen gescheiterten Anläufen insgesamt nur sechs Unternehmen den Gang aufs Parkett geschafft, nachdem im Flautejahr 2003 keine deutsche Firma neu auf dem Kurszettel erschienen war. "Das Geschäft mit den Börsengängen wird sicher weiter auf kleiner Flamme laufen", sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz. Selbst wenn die Börse nach oben gehe, seien die privaten Anleger weiter vorsichtig. "Wir rechnen damit, dass in diesem Jahr zehn bis 15 Unternehmen an die Börse kommen", sagte Kurz mit Blick auf Kandidaten wie Nordsee oder den Versicherungskonzern Talanx. Die Biotechnologiefirma Paion, die am Freitag als erstes Unternehmen neu an den Markt will, musste am Montag ihre Preisspanne senken, um genügend Interessenten zu finden.
(apa)
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