Neuer Rekord in der Bundesliga: Ganze 96 Legionäre verdienen ihr Geld in Österreich
- Österreicher-Topf zeigt bis jetzt noch keine Wirkung
- Austria hat die meisten "Gastarbeiter" im Kader
·Zu- und Abgänge der Bundesligaklubs
KLICKEN: Wer holte wen und wer musste gehen?
·Diskutieren Sie mit anderen Kicker-Fans
MITREDEN: Ihre Meinung zur österreichischen Liga
·Bundesliga 2007/08: Ergebnisse & Tabelle!
Auslosung, Tore & mehr: Infos zur aktuellen Saison
Der in dieser Saison neu geschaffene Österreicher-Topf hat bei den heimischen Bundesligisten kein Umdenken in punkto Personalpolitik bewirkt. Die zehn Vereine der höchsten Spielklasse nehmen die Frühjahrssaison mit insgesamt 96 Legionären in Angriff und haben damit die bisherige Rekordmarke aus dem Winter des Vorjahres eingestellt.
Die meisten "Gastarbeiter" (17) hat die Wiener Austria beschäftigt, es folgen Schlusslicht SW Bregenz (14) und die Abstiegskandidaten Admira (13) und SV Salzburg (12). Auffällig ist, dass bei Titelanwärter Superfund Pasching nur vier Ausländer unter Vertrag stehen, dahinter folgt bereits Double-Gewinner GAK, der so wie Mattersburg und Wacker Tirol sechs Legionäre im Kader hat.
Die rapide Anstieg des Ausländer-Anteils begann mit dem Bosman-Urteil im Dezember 1995. Während zum Meisterschaftsstart 1994/95 33 Legionäre ihr Geld in der Alpenrepublik verdienten, verdoppelte sich die Zahl bis zum Frühjahr 1997 (63) beinahe. Im Frühjahr 1999 stieg die Zahl bereits auf über 80, erreichte im Juli 2002 90 und vor genau einem Jahr mit 96 den Höchststand.
Transferfenster brachte 12 weitere Legionäre
Dabei wurde die aktuelle Saison "nur" mit 84 Ausländern in Angriff genommen. In der Winter-Transferzeit konzentrierten sich die Vereine aber fast ausnahmslos auf den ausländischen Markt, wodurch das Legionärswesen in Österreich eine neue Blüte erlebte.
Gut drei Jahre vor der Heim-EM stehen die heimischen Fußballer damit wohl mehr denn je im Abseits. Schon ein Gentlemen Agreement und ein geplanter Ausländererlass hatten in den vergangenen Jahren ihre Wirkung verfehlt, und bisher brachten auch finanzielle Zuckerl für den vermehrten Einsatz von (jungen) heimischen Kickern in Form des Österreicher-Topfs keine Trendumkehr.
Am mit 5,5 Millionen Euro dotierten Pool können jene Vereine partizipieren, die mindestens acht für heimische Nationalteams selektionierbare Akteure auf dem mit 18 Spielernamen versehenen Spielblankett notieren. In den kommenden Saisonen wird die Zahl der Österreicher auf neun, zehn und elf erhöht. Hält sich ein Verein in einem Quartal auch nur einmal nicht an diese Regelung, wie es im zweiten Abschnitt bei der Austria der Fall war, erhält er für dieses Zeitraum keinen Cent.
Die 96 Legionäre in der T-Mobile Fußball-Bundesliga:
SK Rapid Wien (9): Ladislav Maier (CZE), Peter Hlinka (SVK), Marek Kincl (CZE), Tomas Dosek (CZE), Steffen Hofmann (GER), György Korsos (HUN), Axel Lawaree (BEL), Jozef Valachovic (SVK), Jiri Lenko (CZE)
Austria (17): Joey Didulica (CRO/AUS), Rabiu Afolabi (NGR), Fernando Troyansky (ARG), Mikael Antonsson (SWE), Sasa Papac (BOS), Libor Sionko (CZE), Stepan Vachousek (CZE), Vladimir Janocko (SVK), Jocelyn Blachard (FRA), Krzysztof Ratajczyk (POL), Didier Dheedene (BEL), Radoslaw Gilewicz (POL), Tosin Dosunmu (NGR), Sigurd Rushfeldt (NOR), Marc Ziegler (GER), Sebastian Mila (POL), Adam Petrous (CZE)
FC Superfund Pasching (4): Carlos Chaile (ARG), Patrik Jezek (CZE), Fausto Budicin (CRO), Stipe Lapic (CRO)
GAK (6): Mario Tokic (CRO), Imants Bleidelis (LAT), Samir Muratovic (BOS), Alen Skoro (BOS), Mario Bazina (CRO), Pa Saiko Kujabi (GAM)
SV Mattersburg (6): Jabu Pule (RSA), Marek Kausich (SVK), Zoltan Fülöp (HUN), Rene Wagner (CZE), Adnan Mravac (BOS), Frantisek Hanc (SVK)
FC Wacker Tirol (6): Ned Zelic (AUS/CRO), Olumuyiwa Olushola Aganun (NGR), Jerzy Brzeczek (POL), Zeljko Pavlovic (CRO), Benedict Akwuegbu (NGR), Ousseni Zongo (BUR)
Admira (13): Gregorz Szamotulski (POL), Janos Matyus (HUN), Adam Ledwon (POL/GER), Tomasz Iwan (POL), Bosko Peraica (CRO), Nenad Bjelica (CRO), David Mohl (HUN), Tomas Oravec (SVK), Mate Brajkovic (CRO), Tolunay Kafkas (TUR), Mehdi Pashazadeh (IRI), Vladimir Labant (SVK), Javad Razzaghi (IRI)
SV Salzburg (12): Heiko Laessig (GER), Goran Tomic (CRO), Maynor Suazo (HON), Tobias Willi (GER), Serkan Aslan (TUR/GER), Nikola Gjosevski (MKD), Nino Bule (CRO), Jung Wong Seo (COR), Miljan Mrdakovic (SCG), Damir Milinovic (CRO), Ricardo Villar (BRA), Mihael Rajic (CRO)
SK Sturm Graz (9): Radovan Radakovic (SCG), Francisko Rojas (CHI), Mitja Mörec (SLO), Boban Dmitrovic (SCG), Amadou Rabihou (CAM), David Mujiri (GEO), Bojan Filipovic (SCG), Franck Silvestre (FRA), Frank Verlaat (NED)
SW Bregenz (14): Amir Tolja (BOS), Asmir Ikanovic (BOS), Dejan Grabic (SLO), Mirko Dickhaut (GER), Gunter Verjans (NED), Stefan Jansen (NED), Jan Ove Pedersen (NOR), Gunther Schepens (BEL), Vladimir Vuk (CRO), Olivier Nzuzi (KON), Sasa Jakomin (SLO), Samed Awadu (GHA), Gudbrand Ensrud (NOR), Goran Mladenovic (CRO)
(apa/red)
