Wettskandal: VdF fordert ein Wett-Verbot für Spieler, Trainer und auch Manager
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Wettbüros berichten von überhöhten Einsätzen, die Bundesliga und der ÖFB haben eine Sonderkommission eingerichtet und jetzt meldete sich auch die heimische Vereinigung der Fußballer (VdF) im Zusammenhang mit dem deutschen Schiedsrichter-Skandal und mutmaßlichen Ausläufern nach Österreich zu Wort. VdF-Geschäftsführer Rudolf Novotny forderte am Donnerstag ein Wett-Verbot für Fußball-Profis.
Ein entsprechender Passus sollte künftig in jedem Spielervertrag verankert werden, auch Angestellte der Vereine wie Trainer oder Manager müssten dieser Regelung unterliegen. Wetten über Dritte könnten nach den VdF-Vorstellungen mit Sanktionen bedroht werden. "Es geht um eine präventive Wirkung. Wir brauchen endlich Rahmenbedingungen, die der Öffentlichkeit signalisieren, dass der Fußball sauber ist", sagt Novotny.
Solche Rahmenbedingungen, zu denen auch ein professionelles Umfeld und eine wirtschaftlich gesunde Basis gehöre, mahne die VdF mit ihren mehr als 800 Spielern der höchsten Spielklassen ebenso seit Jahren ein wie die Forderungen nach einem Kollektiv-Vertrag oder einem Sport-Gesetz, das von der Bundesliga und der Politik lasch verfolgt werde. "Ausstehende Gehaltszahlungen sind ein Nährboden für Manipulationen".
Harte Kritik übt der VdF-Geschäftsführer auch an der Zusammensetzung der Sonderkommission, die zu Wochenbeginn von Bundesliga und ÖFB gebildet wurde. "In dem Gremium sitzt kein einziger Spieler. Das zeigt wiederum deutlich, wie es um das Demokratie-Verständnis in unserem Fußball steht. Professionelles Krisen-Management ist den meisten handelnden Personen wohl nicht wirklich ein Anliegen", sagt Novotny.
Akteneinsicht wird stattgegeben
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat dem von der Bundesliga und dem ÖFB eingebrachten Antrag auf Akteneinsicht im Zusammenhang mit dem deutschen Schiedsrichter-Wettskandal und daraus resultierenden möglichen Manipulationsvorwürfen gegen Mitglieder der rot-weiß-roten Bundesliga stattgegeben.
Bereits am Montag wird Herbert Hübel, der Präsident des Salzburger Fußball-Verbandes, in die deutsche Hauptstadt reisen, um die von der dortigen Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellten Ermittlungsunterlagen zu prüfen. Diese Prüfung soll konkrete Aufschlüsse geben, auf deren Grundlage Bundesliga und ÖFB weitere eventuelle notwendige Maßnahmen setzen werden.
Die Liga weist nochmals eindringlich darauf hin, dass es bisher keine Belege für die Beiligung österreichischer Teams oder Spieler gebe, die auf mögliche Wett-Manipulationen hinweisen. Unbewiesene Mutmaßungen, Verdächtigungen oder Vermutungen könnten auch aus individuellen Motiven getätigt werden und eventuell rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, hieß es in einer Presseaussendung.
Ermittlungen gegen Bregenz-Torhüter
Die Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Vorarlberg wird Ermittlungen gegen die Torhüter des österreichischen Bundesligisten SW Bregenz aufnehmen. "Es gibt Hinweise, dass von Berlin nach Bregenz etwas gelaufen ist", sagte der Vorarlberger Sicherheitsdirektor Elmar Marent nach der Durchsicht von Ermittlungsakten aus Deutschland. Namen werden laut Marent in den Akten, die am Montag via Interpol angefordert wurden, aber nicht genannt.
(apa/red)
