Mittwoch, 9. Februar 2005

Österreich tief in Wettskandal involviert? Auffallend hohe Wetten bei Red Zac-Spielen

  • Hoyzers Hauptmotiv für Schiebereien war Geldgier
  • PLUS: Alles zum Wettbetrug rund um Referee Hoyzer

Die Entscheidung, ob die Berliner Staatsanwalt dem Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) und der rot-weiß-roten Bundesliga die beantragte Akteneinsicht in die Ermittlung gegen den Schiedsrichter-Wettskandal gewährt, lässt auf sich warten. "Wir haben einen Anruf aus Berlin erhalten, wir werden am Donnerstag Nachmittag darüber informiert", erklärte Bundesliga-Sprecher Christian Kircher am. Bisher gebe es nur unbestätigte Verdächtigungen und Vermutungen, meinte der Funktionär. "Wir brauchen aber konkrete Hinweise, Handfestes, um weiter argieren zu können."

Aufschlüsse erwarten sich die österreichischen Fußball-Institutionen von der Akteneinsicht. Im Zuge der Nachforschungen der deutschen Justiz soll der Ex-Unparteiische Robert Hoyzer, der die Affäre um manipulierte Fußball-Spiele ans Tageslicht gebracht hat, gegenüber den Beamten auch Verbindungen nach Österreich angedeutet haben.

Spekulationen, wonach es dubiose Verbingungen zur österreichischen Szene geben könnte, erhielten am Mittwoch neue Nahrung. Mittwoch hat der Sprecher des Linzer Wettbüros "bets4all.com", Arnold Redhammer, in einem ORF-Interview mit Radio Oberösterreich von Auffälligkeiten bei den Wetten zu acht Bundesliga-Spielen gesprochen. Dabei seien bis zu fünf Mal mehr Umsätze gemacht worden als sonst, so der Sprecher.

Auffällig war für das Wettbüro auch das Relegationsduell zur Red Zac-Erste Liga im Juni 2003 zwischen Blauweiß Linz und SEZ Bad Bleiberg. Der Linzer Regionalligist hatte nach dem 2:0-Auswärtssieg in Kärnten zur Pause des Heimspiels 2:1 geführt und war auf gutem Weg in die zweithöchste Spielklasse. Es kam letztlich aber alles ganz anders. Die Blauweißen verloren nämlich 2:4. Zur Halbzeit hatten ungewöhnlich viele auf die Bleiberger gewettet, die sich mit dem richtigen Ergebnis und hohen Wettgewinnen "bedankten".

Schon damals fielen den Berichterstattern die "stehend k.o. wirkenden Oberösterreicher", die auf Grund der Auswärtstorregel den Aufstieg verpassten, auf. Diesen Eindruck hatte aber auch der Präsident von BW Linz, Hermann Schellmann. Er bestätigte gegenüber Radio OÖ, dass "manche Spieler nur mehr gestanden seien, der Trainer nur einen Austausch durchführte und den einzigen Konter-Stürmer vom Feld holte". Für einen Großteil seiner Spieler könne er aber die Hand ins Feuer legen, betonte Schellmann.

(apa/red)

9.2.2005 19:06