Dienstag, 8. Februar 2005

Österreichs Buchmacher-Verband erklärt: Keine Hinweise auf atypische Wettbeträge

  • Wett-Skandal droht auf Österreich überzuschwappen
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Nach einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins "Spiegel" droht der deutsche Schiedsrichter- und Wett-Skandal auch auf Österreich überzuschwappen. Am Montag wurden Gerüchte über ungewöhnliche Wett-Aktivitäten bei zwei Spielen der T-Mobile Bundesliga kolportiert, beim Verband der österreichischen Buchmacher sind allerdings keine Hinweise auf atypisch hohe Beträge bekannt, erklärte Geschäftsführer Helmut Grubmüller am Dienstag.

"Ich glaube als Geschäftsführer und Fußball-Freund, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Man muss das relativieren. Das kommt von einem Schiedsrichter in Deutschland, der im Zentrum der Bedrängnis steht. Welche Qualität das hat, möchte ich nicht beurteilen", so Grubmüller gegenüber der APA..

"Haben im Moment noch keinen Skandal"
Bundesliga-Vorstand Georg Pangl hat im Zusammenhang mit möglicherweise manipulierten Spielen in Österreich fest gehalten, "dass wir im Moment noch keinen Skandal haben. Aber die Liga ist vorbereitet. Wir werden alles aufdecken, was ans Licht gebracht werden muss." Laut seiner Aussage bemüht sich SW Bregenz um eine eidesstattliche Erklärung von Torhüter Almir Tolja.

So wie Georg Pangl sieht auch Friedrich Stickler, Präsident des österreichischen Fußball-Bundes und Vorsitzender der Geschäftsführung der Sportwetten GesmbH, "noch keinen Skandal" im heimischen Fußball. "Ich würde die Katastrophenstimmung von Deutschland nicht auf Österreich überschwappen lassen", erklärte Stickler.

GAK gegen Admira im Blickpunkt
Vor allem bei der Partie GAK gegen Admira (5:2) sollen erhöhte Wett-Beträge im Spiel gewesen sein. Das konnte laut Grubmüller aber bisher nicht verifiziert werden. "Das wird man sich in den nächsten Tagen anschauen. Wir haben Interesse, was es mit diesen Spielen auf sich hat", erklärte er. Bei der zweiten Begegnung soll es sich um ein Bregenz-Match gehandelt haben.

Der Verbands-Geschäftsführer verweist auf ein Computerprogramm bei den Buchmachern, das Alarm schlage, wenn "atypische Wetten" eingehen würden. Allerdings besteht keine Meldepflicht an den Verband, die Befragung größerer Verbands-Mitglieder stehe noch aus.

"Konnten keine Unregelmäßigkeiten feststellen"
Karin Klein, Unternehmenssprecherin von betandwin, bestätigte für ihr Unternehmen, dass keine ungewöhnlichen Wetten eingegangen seien. "Wir haben ein sehr gut funktionierendes Frühwarnsystem und die notwendigen Schritte gesetzt. Bei alle Partien, die wir uns angeschaut haben, konnten wir keine Unregelmäßigkeiten feststellen."

Bei betandwin kann nicht anonym gespielt werden, es gibt auch keine Barauszahlungen. "Es geht nichts ohne Registrierung", so Klein. Die Spieler müssen sich ausweisen und ihre Bankverbindung bekannt geben, wohin sie das Geld überwiesen haben wollen. Viel laufe über Kreditkarten. Zudem gebe es auch ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Tag und 5.000 im Monat sowie ein Auszahlungslimit. "Wir haben ein sehr dichtes Netz, deshalb geraten wir wohl auch nicht ins Visier von Wettbetrügern", so Klein.

Beim Fußball-Bundesligisten Admira haben die Gerüchte für Unruhe in der Mannschaft gesorgt. "Die Frage ist, wer das mit den hohen Einsätzen in Umlauf gebracht hat. Es müssen endlich Fakten und Beweise auf den Tisch, sonst macht man einen Sport schlecht, der bei uns ohnehin schon tot ist. Die Gerüchte führen zu Verunsicherung und Unruhe in unserem Team", erklärte Admira-Pressesprecher Joseph Berthold.

(apa/red)

8.2.2005 16:12