Entrüstung in Italien wegen TV-Streik in Bormio: Der RAI-Generaldirektor droht
- "Schäden für das italienische Sportsystem sind enorm"
- Präsident der Lombardei: Verlangen Schadenersatz
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Der Generaldirektor von Italiens Staatsfernsehen RAI, Flavio Cattaneo, hat jenen Kameraleuten, die mit ihrem Streik die Absage des Herren-Riesentorlaufs in Bormio am Mittwoch verursacht haben, strenge Strafen angedroht. "Es ist unannehmbar, dass eine kleine Gewerkschaft die WM lahm legt. Die Schäden für das italienische Sportsystem sind enorm", betonte Cattaneo.
Auch der Präsident der Region Lombardei, Roberto Formigoni, protestierte wegen des Streiks. "Wir haben Hunderte von Millionen Euro in die WM investiert, wir werden von der RAI Schadenersatz verlangen", so Formigoni. Empört zeigte sich auch der Chef des italienischen Olympiaverbands CONI, Gianni Petrucci. Italien hat eine sehr schlechte Figur gemacht. Das was in Bormio passiert ist, ist einfach unannehmbar", so Petrucci.
"Gazzetta" titelte mit Weltblamage
"Weltblamage!", titelte die italienische Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag ihren Bericht über den Protest der "RAI Lombardia", einer Regionalgruppe des staatlichen italienischen Fernsehens RAI, die am Mittwoch die Titelkämpfe lahm gelegt hatte. Die Kameraleute protestierten für eine Erhöhung ihrer Gehälter. "In Bormio hat der Ski einen schwarzen Mittwoch erlebt. Das große Fest des internationalen Ski ist zu einer Weltschande geworden", hieß es in der "Gazzetta".
Die RAI-Gewerkschaft wies die Vorwürfe entschieden zurück. "Wir hatten den Streik schon vor drei Wochen angemeldet. Niemand hat aber Kontakt mit uns aufgenommen, um sich über die Gründe unseres Protests zu informieren. Der Streik wurde aus Protest wegen ausbleibenden Gehaltserhöhungen und drohenden Entlassungen ausgerufen", so ein Sprecher der Gewerkschaft. (apa)
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